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Im dichten Tannenwald hinter der Waldkate war es drückend heiß. Man stürzte sich auf die Erfrischungen, die von dem umsichtigen Waldhüter sorgfältig in dem tiefen, kühlen Keller verstaut worden waren. Und nachdem man in Wald und Heide gründlich durchgeschmort war, nahm man die Aufforderung, nun zur Feier und Festrede in die kühle Diele der Kate einzutreten, mit Genugtuung auf.

Die vier jüngsten Klassen blieben unter Aufsicht von Fräulein Henny Freytag, sowie des Lehrers Visser und der Turnlehrerin draußen zurück. Und das ewig neue und geistreiche Spiel: ich sehe was, was du nicht siehst, was hat’s denn für ’ne Farbe? verfehlte nicht seine Anziehungskraft auszuüben. Der unendlich bequeme Visser hatte es vorgeschlagen. —

Die Diele sah sehr festlich aus durch die Lampions, die angezündet den sonst halbdunklen Raum in einen magischen Festsaal verwandelten. Freilich saß und stand man in drangvoll fürchterlicher Enge, und immer mehr Kinder und Eltern drängten herein.

„Vielleicht war diese Dielenfrage doch eine verfehlte Idee“, raunte Sörensen seinem neuen Kollegen Oberlehrer Jensen zu, „ich fürchte, die Luft wird uns hier knapp.“

Und als endlich Ruhe eingetreten war, aber auch niemand mehr ein Glied rühren konnte vor Fülle der angestauten Menschheit, rief er mit seiner vollen Stimme in den Raum: „Wir haben zu Ehren unseres Sedantages hier festlich illuminiert und den schönen Anblick ausgiebig genossen. Nun lassen Sie jeden von uns, der neben einem Laternchen steht, dieses vorsichtig löschen und uns mit Mutter Sonne begnügen, die immer noch die herrlichste Leuchtkraft der Welt bedeutet.“

Ein allgemeines „Oh“ des Bedauerns löste diese Aufforderung aus, man zögerte und rief dagegen, aber Sörensen machte rasch und sicher mit zwei Lichtern in seiner Nähe den Anfang, und so mußten die andern nachfolgen. Zugleich stieß er mit starken Armen eine Luke auf, die man vorher nicht entdeckt, und goldenes Sonnenlicht erfüllte nun einen Teil des Raumes.

„Wie genial!“ sagte noch Oberlehrer Jensen lachend zu Sörensen, „Herr Sörensen, Sie hätten Branddirektor werden sollen.....“

Nur ein kleines, eigenwilliges Mädchen wollte ihre Laterne nicht hergeben und rang buchstäblich mit ihrer unvernünftigen Mutter, die das noch nicht schulpflichtige Kind verbotener Weise mit auf die Diele geschmuggelt hatte. Wie es dann kam, es konnte niemand recht beschreiben. Aber alle wollten beschwören, daß sie sämtliche Lampions gelöscht hätten....

Und doch, nachdem Fräulein Nissen eben ihre Festrede begonnen, dies gellende Geschrei: „Feuer! Feuer!“