Ich mußte mit dem Pfarrer und dem neuen Kreisschulinspektor über Land und trennte mich schwer von den Kindern. Aber Lisette schien selbst in Sorge um die beiden, das konnte ich wohl sehen. Sie gab sich auch Mühe, freundlich mit mir zu sein, es war wie Reue in ihr und mir war’s der Schimmer einer lichteren Zukunft...

So ließ ich meine Frau am Bett der Kleinen und Mutter schlummernd im Lehnstuhl, was nicht oft vorkam. Aber sie kämpfte schon lange gegen eine böse Erkältung.

Spät abends kam ich heim.

Ich ging zuerst in Mutters Stube, um nicht mit der ganzen Nässe und Kälte der Novembernacht an die Bettchen der Kinder zu treten.

Mutter schrak aus Fieberschlaf empor.

„Die gute Lisette,“ lallte sie. „Warm eingepackt hat sie mich. Nicht rühren sollt ich und konnt ich mich. Und gut zugeredet hat sie mir. Daß ich sollt endlich einmal liegen bleiben und an mich denken. Den Bübchen geht’s besser. Schlafen alle zwei in die Gesundheit hinein. Und die Lisette hat sich auch hingelegt.“

Ich kühlte der Mutter die brennende Stirn und dann ging ich ins Schlafstübchen.

Herrgott! Herrgott!

Die Betten waren leer.

In der Kreisstadt fand ich nachts um drei Uhr meine Kinder wieder im Hause des Lehrers Diedrichsen.