„Von Herzen gern!“ Aber Hansohms Auge streifte besorgt das tief verfinsterte Gesicht des Vorgesetzten.

Die Herren schritten durch das Steinere Tor ins Städtchen. Am Torpfeiler hatte eine Blumenfrau ihren Stand, und Direktor Sörensen wählte Weidenkätzchen und gelbe Osterblumen zu einem großen Strauß.

„Die bekommt Ihre Schwester. Sie zürnt mir sonst, daß ich den Bruder jetzt erst bringe und dann gleich wieder entführe.“

„O Herr Direktor!“ Ein rasches Erröten, das den jungen Lehrer gut kleidete, flog über sein Gesicht und stieg bis in das blonde Haar hinauf. —

„Da sind wir schon.“ Klaus Hansohm öffnete eine Tür. Der helle Dreiklang eines Glockenspieles tönte. Ein winziger Flur mit einer altmodischen messingbeschlagenen Kommode und ebensolcher Uhr tat sich ihnen auf. Eine klangvolle, junge Stimme rief: „Bist du es, mein Junge?“

Und dann öffnete sich ein Raum und auf der Schwelle stand ein junges Mädchen, ein entzückend schöner Kopf auf armem, verwachsenem Körper.

In die durchsichtig weißen Hände legte Direktor Sörensen seine Blumen, und die Augen der Kranken lächelten. Dann führte er sie sorgsam zu dem altmodischen Ohrenstuhl, der am grünen Kachelofen stand.

„Sie haben hier ja ein wahres Raritätenkabinett,“ scherzte er. Und zeigte bewundernd rings herum auf die alten Stahlstiche und schön geschwungenen Möbel. „Das ist ja Urväterhausrat. Ich beneide Sie. —“

„Das hat mir alles der Klaus hier zusammengetragen. Alles ist ihm Bild und Rahmen und dann macht er noch die Musik dazu.“ Sie lächelte zu dem Bruder hinüber mit rührendem Stolz.

Die Herren hielten sich nicht lange auf.