Aber die Zeit genügte doch, um das Stübchen der Leidenden licht zu machen. Und die ritterliche Art des fremden Mannes ließ einen Schimmer zurück von dem, was die Welt da draußen Glück und Jugend nennt.

Lehrer Klaus Hansohm wäre wohl am liebsten daheim bei der Schwester geblieben, hätte gern ganz still und besinnlich im großblumigen Sofa gesessen. —

Der Tag hatte ihm so viel Reichtum gegeben.

Nun wogten allerhand Melodien in seinem Kopf und seinem Herzen, die er noch nicht meistern konnte.

Er stieg mit seinem Direktor die breiten Steinstufen des alten Patrizierhauses hinauf, die von der mächtigen Diele zum Eßzimmer führten. —

Klaus Hansohm machte seine Augen weit auf, denn nun war ihm, als sähe er seinen Vorgesetzten wieder in einer ganz anderen Gestalt. Hoch und breit und festgefügt stand der Goliath Erne Sörensen in diesem hohen, breiten und festgefügten Hause als Hausherr und Gastgeber. Und Lehrer Hansohm lauschte mit dem Ohr eines Kenners seiner klangvollen Stimme, die einer noch unsichtbaren Person Befehle erteilte.

Belustigt fing sein Ohr das Gespräch auf:

„O Herr Direktor! So spät? Alles verbratzelt und verbruzelt! Und ohne Entschuldigung? Und dann noch ein Gast? Das geht gegen meine Ehre und Reputation. Und ist das christlich, noch um halb drei Uhr Mittag essen zu wollen?“

Dann das schöne sonore Lachen und die herzgute Stimme: „Aber, Frau Dietz! Gleich machen Sie frohe Augen. Sie fahren mich ja an, als ob wir verheiratet wären. —“

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