Ein polternder Schritt näherte sich, ein Stock stieß in regelmäßigen Abständen auf den Boden auf, und mit eins war das Spinnwebchen verschwunden, weggeblasen, um die Ecke geweht.
Ich schritt zu meinem Wagen, lachte aber auf der Diele ganz herzhaft und ungeniert. Denn ich hörte eine dröhnende Stimme rufen: „Tausend nochmal, Grauchen, das paßt Ihnen wohl auf die alten Tage, ein Stelldichein mit einem jungen Schulmeister...“
Der alte Diener stand am geöffneten Wagenschlag, und sein Gesicht war weniger eben als zuvor.
Es zuckte um seine Mundwinkel.
Ein wenig prallte ich auch zurück, als ich einsteigen wollte, aber die Pferde zogen rasch an, und so ergab ich mich in mein Schicksal, in einem Blumenkorb zu sitzen. Denn der Wagen war inzwischen heimtückisch geschmückt worden, ein ganzes Gewächshaus schien geplündert zu sein. Chrysanthemen und Alpenveilchen lagen zum Strauß geordnet auf dem Rücksitz. Maiblumen waren anmutig lose in die Fensterrahmen gesteckt, und feine grüne Gräser zogen sich als Girlande über die Lehne des Vordersitzes.
Aus den Zweigen der Thingeiche lugte ein Schelmengesicht. Merkwürdig standen darin die großen ernsthaften Blauaugen. Ein wunderschönes Kind! Und ein interessantes Seelchen dazu. Man könnte die alte Eiche beneiden um das nette Früchtchen, das sie trägt.
Ich drohte mit dem Finger aus dem Fenster heraus.
Da hört ich das Mädel silberhell lachen. Lachen, wie ganz junge Kinder tun, denen die Welt noch ein einziger Freudenquell, die Menschen lauter gute Mitwanderer sind. Ein Lachen recht aus dem Herzensgrund heraus.
Erne Sörensen, alle Schulweisheit gäbst du darum, so lachen zu können, wie die junge Sörine Heidekamp.