„Herr Direktor, Ihr Ausruf macht mich sehr glücklich. Denn ich sehe daraus, daß Herr Direktor wissen, wie, wie — ärgerniserregend diese Klasse im allgemeinen ist...“
„Weiter, weiter,“ drängte Sörensen.
„Ja, — denn gestern war leider, leider...“ Asmus trocknete sich den Schweiß von der Stirn — „meine Tochter Agnes Ursache dieser betrübenden Tatsache. Sie hatte ihr Taschentuch vergessen...“
„Lappalie,“ stieß Sörensen hervor.
„Ich muß sehr bitten, das ist keine Lappalie,“ ereiferte sich Asmus, „meine Tochter Agnes hat alle erforderlichen Utensilien einer ordentlichen Schülerin mit in die Schule zu bringen, dafür ist sie eben die Tochter des Lehrers Asmus, und wenn ich auch nur ein seminaristisch gebildeter Lehrer bin...“
Jetzt sprang Sörensen auf. Seine Zeit war knapp, der Bericht duldete eigentlich keinen Aufschub...
„Herr Kollege Asmus, was Sie da reden ist Un.... unrecht. Ich war auch einmal ‚seminaristisch‘ gebildet, ohne in meinen Augen auch nur einen Millimeter tiefer zu stehen, als jetzt. — Bitte weiter!“
Asmus ließ seine Fingergelenke knacken, was sich außerordentlich häßlich anhörte, aber es war ein Mittel von ihm, seinen Zorn zu unterdrücken. —
„Meine Tochter Agnes hat nun leider verabsäumt, Fräulein Nissen von dem betrüblichen Umstande des Vergessens Mitteilung zu machen. Da aber die Natur... sich nicht gebieten... läßt... so... hat... meine Tochter... so ist ihr... hm...“
Sörensens Nerven drohten aufrührerisch zu werden. Aber er meinte nur trocken: „Also sagen wir: ihr lief die Nase und sie mußte laut schnüffeln.“