„Aber, Herr Direktor — — woher wissen Sie...?“
„Weil ich auch mal klein war, Herr Asmus, wirklich —. So’n kleiner Junge.“
Und er hielt die Hand so tief auf den Erdboden, daß man sich wohl stark verwundern konnte, wie aus solchem Liliputaner der Riese Goliath entstanden war.
Sörensen zog die Uhr: „In fünfzehn Minuten ist Pause, — wollen Sie vielleicht heute nachmittag oder...?“
„Ich möchte es lieber gleich jetzt rasch erzählen.“ Asmus bekam einen roten Kopf. „Also, da hat Sörine von Heidekamp, die ja alles sieht und alles hört, meine Agnes gefragt, was ihr fehle, und hat ihr das eigene Taschentuch geborgt, darauf hat Fräulein Nissen gefragt, wer eben gesprochen habe, und Sörine von Heidekamp, die ja, das muß man ja zugeben, furchtloser, um nicht zu sagen frecher, ist als meine Tochter, hat sich wahrheitsgemäß gemeldet. Natürlich hat Fräulein Nissen sie eingeschrieben ...“
„Natürlich,“ schaltete Sörensen grimmig ein.
„Zu Hause ist dann aber doch noch alles herausgekommen. Denn meine Frau denkt genau wie ich. Sie hat Agnes’ Schulmappe wie jeden Tag revidiert und hat gesehen, daß sie auch ein Deutschheft in der Schule vergessen hatte, dann fand sie die leere Kleidertasche, darin das Tuch fehlte...“
In Sörensen kroch der Zorn hoch.
„Ihre Gattin ist sehr ordentlich,“ bemerkte er.