Durch wilder Tiere weißschimmernd Geripp …

Nur Gott – und wir beide allein. –

Allein bin ich gewandert. Erst plan- und ziellos. Dann bewußt an des Ahnen Joochen Waldgrab, zum Tempel, zur Clemenskapelle, an die Stelle, da einst die liebe Birke stand, mein hoher Baum der den Wurm in sich trug …

Alles steht verlassen, verloren, verödet …

Und nicht das kleinste Zeichen fand ich, daß man mein gedachte …

Da ging ich fort aus dem Lager Wald und trat in die Häuser meines Dorfes und in die allerletzte Kate, wo seit dem Tode des Säufers ein fröhliches Leben aufblüht. Und ich beschenkte alle an meinem Geburtstage und hörte mit seltsamer Anteilnahme, wie die Mutter den Kindern vom toten Vater erzählte und den allerkleinsten, die sich des Rohen und seines Lasters nicht erinnerten, sein Leben verklärend schilderte.

Und ich neidete dem Weib seine riesengroße Liebe, – und sein restloses Verzeihen. –

Dann schritt ich in Korb-Sinas verlassenes Haus, zu dem ich immer noch die Schlüssel habe, weil Pfarrer Oswald keine Zeit fand, den Nachlaß zu sichten. Und setzte mich an den alten Schreibsekretär, der aus besseren Zeiten stammt, und blätterte in der großen Bibel; zwischen zwei Kapiteln sperrte ein altmodisches Lesezeichen die Blätter weit auseinander. Da lag ein kleiner schmaler Papierstreifen, und ich las im Dämmerlicht: »Clemens-Hartmut Dörping, bei Fräulein Herwardson in K… Im letzten Haus am Grabenteich …«

Mir aber war’s, als hätte ich gelesen: »Zünd an, Brigitte, zünd an!«

Mitte August.