Mein Leben ist jetzt so licht. Mich stört der »graue Alltag« nicht. Mein Glück durchleuchtet ihn.

Mein Glück???

Ja! Ritter Lages Kamerad zu sein, ist Glück. –

Auch wenn ich ihn stützen muß, anstatt daß er der kleinen Gitti Stab und Stütze ist.

Mein Herr ist er darum doch. –

Wie köstlich es ist, sich jedem Wunsche des Herzlieben zu beugen.

Wie hat sich sein Befinden gehoben seit unserm Hochzeitstage! Eine große, köstliche Ruhe ist über uns beide gekommen. Meine Hände falten sich. Sein Kamerad! Ist es nicht mehr, als zwei gesunde Menschen sich geben können?

Und gibt es in der ganzen, weiten Welt eine Liebe, die größer, reiner, tiefer, ursprünglicher und gewaltiger ist als die des Ritter Lage zu seiner Gitti? – Als heute morgen an unserer kleinen Frühstückstafel, an der außer uns nur unser geliebter Junge Clemens-Hartmut teilnahm, das kristallene Schaumweinglas an das meine klang und meines Gatten tiefe, schöne Stimme rief: »Ich bring’ es dir, meine Königin«, da meinte ich, selbst das Glas müsse springen vor Überfülle der Freude … Sonne, Sonne leuchtete allüberall. –

»Und ich bring’ dir das meine, du herzliebster Ritter Lage«, rief ich schier übermütig und trank den Schaumwein bis auf die Nagelprobe. –

»Wie ihre Augen leuchten!« rief Clemens-Hartmut begeistert. »Ist Gittimutter nicht schön?«