Aber nun ich den gordischen Knoten durchhieb, schlägt mir auch das Herz wieder stark in der Brust. Denn ich habe meine Freude wieder. Und ich kann nie wieder ganz einsam werden, denn nun bleiben mir ja die närrischen Briefe, die ganz lieben …

Wie licht ist plötzlich der Lager Wald! Wie duftet er! Dieser Geruch macht trunken. Ich will hineintauchen in seine Kraft und in seine herbe Schönheit. Lager Wald, ich liebe dich!

26.

O mein Ritter Lage! Mein Junker Clemens! Mein Enterbter! Du! Du! Du Liebster!

Ich gebe dir all diese Namen in meiner heiligen Heimat verschwiegener Stille, lege sie nieder in die starken Blätter des Lager Folianten. Der hütet sie fein, bis meine Augen sich einst schließen. Dann liest vielleicht einmal eine junge Nachfahrin, wie in der Ahne Herzen eine Flamme gelodert, eine keusche Liebe geglüht, von der nur Gott wußte. – Und sie wird den jungen Kopf senken und erschauern. Weil die Macht einer keuschen Liebe so unsagbar groß ist.

Ritter Lage, du hattest mein Bestes im Sinne und tatest das Unrechte. Du durftest mich nimmer verlassen. –

Ich habe Mitleid mit dir, Junker Clemens, denn du bist noch dümmer als die dumme Regenschirmbase. Ja, du bist der rechte Zornebock im Märchen. Der stieß die kleine Gitti zu dem schönen, rotwangigen Prinzen, gerade als sie anfing, den garstigen Zornebock mehr als ihr Leben zu lieben.

Was hast du getan, Ritter Lage?!