Im Forsthaus ist geschäftiges Treiben. Es scheint, als solle dort wirklich das Glück Hüsung haben. Axthiebe schallen zu mir herüber, der alte Förster zimmert eine neue Wiege. Denn die mit Rosen und Tulipanen verzierte, in welcher Klein Erika ihren Einzug hielt, soll erst einmal in meinem Hause bleiben. So rasch gebe ich mein süßes Kind noch nicht her, wenngleich der junge Förster Nordstamm mich männlich-fest gebeten hat, ihm Rikas Kind zu überlassen, auf daß er seine Vaterpflicht nicht versäume. Ich habe es ihm versprochen. – Gese Tönnings blüht auf wie eine Sonnenblume. Das Glück, die Erwartung macht sie gut. – Und ich denke, wenn das Kind da ist, wird sein erstes Weinen selbst den Hammer übertönen, den der Großvater Schmied kraftvoll-zornig schwingt …
Das Krankenhaus wächst, das Schulhaus glänzt in neuer Frische. Auch dort soll ein kleiner Weltbürger seinen Einzug halten. Der Lehrer teilte es mir strahlend mit.
Überhaupt schaue ich in lauter helle Gesichter. Als hätten sie mit den Häusern zugleich einen neuen Anstrich erhalten. – Wie mir die Arbeit willkommen ist! Wie sie mich ablenkt von dem gewaltigen Geschehen in mir. Abzulenken versucht. Denn es bleiben immer noch Minuten, da mich mein neues Erleben stürmisch überfällt.
Hei ho, hei ho! Ich bin ein Kämpfer und lasse mich nicht rasch unterkriegen. Aber ich bin auch ein Weib und ahne, daß ein Unterliegen süß sein kann, wenn kraftvolle Arme uns zwingen und ein echter, unverbrauchter, unzersplitterter Manneswille …
Ritter Lage, wo weilst du?
Ich habe heute die Ruine erstürmt, wie einst die Spanier die Burg. Habe mich an Eisenknäufen festgehalten und emporgeschwungen, und immer wieder fand mein tastender Fuß irgendeinen Vorsprung, bis ich den Söller erreichte. Droben ließ ich mein weißes Tuch durch die Lüfte wehen, es grüßte den Fernen.
»Ich weiß nicht, wo du träumst und suchst und irrst,
Ich weiß nur, daß du wiederkehren wirst.«