Der Angeredete schaute stumm vor sich hin, ganz zusammengeduckt saß er da.

»Mich dünkt,« meinte Ohm Rickert, »da hat noch jemand dem Sturm nachgeholfen. Erstmal aber brau ich ’n lütten Teepunsch, der wird dann das Nötige aus Nachbar Luersen rausholen.«

Dieser wehrte müde mit der Hand. »Dein Heilmittel hat zwei Seiten, ich hab’ sie schon allbeid ausprobiert …«

»So will ich dir die Seite brauen, die heut für dich gut ist, arm Stackel.«

Als Ohm Rickert nach einer guten Viertelstunde wieder hereinkam, fand er genau dasselbe Bild. Die wiegende Maren, die beiden klöppelnden alten Frauen, die Kinder über ihren Schularbeiten, und den Besuch noch immer zusammengeduckt auf dem Stuhl an der Tür. Eine kleine Wasserlache stand um ihn herum.

Ohm Rickert klopfte ihm auf die Schulter. »Da hängt man wohl am besten den ganzen Kerl vors Feuer«, lachte er gemütlich. »Un dor is de Teepunsch. Dat’s min Rezept. Wasser hab sich nich viel drin, das hast du all nog mitbrächt. Trink, Nahbar Luersen, un vertell din Sorgens.«

Mit beiden Händen umfing der Verklamte das heiße Glas. Ein wohliges Schauern ging durch ihn hin. Aber er sprach nichts, bis er die Hälfte des Inhaltes mit dem Löffel ausgeschöpft und den abgekühlten Rest mit einem einzigen, gierigen Schluck hinuntergegossen hatte.

»Wenn die Kinder hinausgehen könnten …«

Gleich nahm Onnen die Schwester bei der Hand, und wenige Minuten später standen sie schon beide, von einem dicken Umschlagetuch umwickelt, vor der Haustür. Tüchtig mußten sie sich anstemmen, um nicht umgerissen zu werden, und mit hellem, freudigen Aufkreischen beobachteten sie, wie das Wasser herankam. An der Halligkante tobte schon die Brandung, die alle Rinnsale schnell füllte und zuerst Schaumtropfen, dann aber Riesenwellen über die Insel hinjagte.

Drinnen nahm Vadder Luersen mit raschem Griff seinen Stuhl und schob ihn an den runden Tisch.