Drinnen bastelte und nagelte Ohm Rickert, er hatte an allen Fenstern des großen Geweses die Laden vorgelegt und nur die nach der Seeseite offen gelassen, damit man einen Ausblick habe. Tanten Frauke hatte die Kinder zu sich herübergenommen und erzählte ihnen Geschichten, Mutter Holgers trug das heftig schreiende Kind ohne Erfolg in der Stube umher.

»Ich glaub beinahe, die Frau Mutter verwöhnt das Lütte zu sehr«, meinte Maren ruhig. »Vorhin hat’s erst getrunken, es müßte jetzt schlafen …«

»Wie kann’s schlafen?« fragte Mutter Holgers ärgerlich. »Bei Sturmflut setzt sich Ekke Nekkepenn und sein Volk auf die Kinderbetten und Wiegen, um zu ängstigen. Fühl nur, ganz kalt ist das Kind.«

»Weil der Südwest durch die Hausfugen weht, Frau Mutter. In der warmen Wiege ist er am besten aufgehoben.«

»Du mußt es ja wissen,« rief Mutter Holgers scharf. »Ich hab ja nur zwölf Kinder großgezogen …«

Maren trat zur Schwiegermutter. »Das vergesse ich nie, und ich wollt’ dich nicht kränken,« sagte sie freundlich.

Da legte Mutter Holgers das Kind in die Wiege zurück, deckte es warm zu und ging hinaus.

Ohm Rickert, der noch das letzte Fenster nagelte, rief über die Schulter: »Du könntest jeden Tag zu Hagenbeck, Maren, min Deern, als Löwenbändiger.«

»So schlimm ist es nicht, Ohm Rickert. Mir ist nur aller Streit verhaßt.«

»Mir nicht«, meinte der Alte. »Büschen Zank frischt die Lebensgeister auf. Ich wollt ›ks, ks‹ rufen, aber da fingst du schon an zu bändigen.«