Maren lächelte matt. »Ihr müßt immer Euren Schnack haben, Ohm Rickert. Aber bleibt nur dabei, Ihr habt mir schon manchmal damit geholfen.«

»Ich dir? Nichte Maren? Mich dünkt, du hilfst dem ganzen Mutterhof auf. Seit du hierher geheiratet hast, habe ich Tanten Frauke schon dreimal lachen hören. Mutter Holgers ist überhaupt allmeindag nich wiederzuerkennen, und mich selbst hast du so hibbelich und allerte gemacht, daß ich sogar noch Stine Hinrichsen heiraten könnte.«

»Ach nein, Ohm Rickert, tut das nicht,« bat Maren mit liebem Lächeln und ernsten Augen. »Ihr müßt bei mir bleiben, ich brauche Euch wie’s liebe Brot …«

»Tust du das? Tust du das?« fragte der Alte mit freudiger Hast, und die hellen Tränen schossen ihm in die Augen. »Nichte Maren braucht mich! Ach du! Ein Altenteiler gehört zu den fünften Rädern. Aber wenn du sagst, ich bin dir was nütze …«

»Liegt Euch daran so viel?«

»Ob mir dran liegt! Nichte Maren, die Leute denken immer, mein loses Maul wär’ ein Zeichen von Herrschaft hier im Mutterhof. Denkt nich dran. Notwehr ist’s. Für die Ahne und all die übrigen hier war ich immer der Garniemand. Mehr und öfter als zum Finn haben sie zu mir ›kusch dich‹ gesagt. Und erst als du auf den Hof kamst, Nichte Maren, da hat man dir’s nachgemacht und allmählich auch Respekt vor mir bekommen.«

»Ihr tut mir zu viel Ehr’ an, Ohm Rickert,« wehrte Maren. »Den Umschwung hat das Kind gebracht. – Der Mutterhof braucht Kinder, Kinder sind Sonne.«

Ohm Rickert sah scharf nach ihr hin.

»Nichte Maren, darf ich dich einmal etwas Ernstes fragen? Der Edlef …?«

Sie schaute ihn an. In Leid wie versteint waren ihre Augen.