»Nein, Ihr dürft nicht fragen, Ohm Rickert«, sagte sie abweisend und ging nach der Diele. Sie suchte Edlef. Konnte aber nur Mutter Holgers am Herd schaffen sehen, die das Abendbrot richtete.
Durch die Futterkammer schritt Maren zu den Ställen. Alle waren geschlossen, aber gerade als sie den zweiten Eingang vom Hof aus suchen wollte, wurde ein Riegel zurückgeschoben, und Edlef Holgers trat, sich tief bückend, durch die niedere Tür.
Vielleicht war ihm deshalb das Blut so heiß ins Gesicht gestiegen, und nur die Lippen jäh erblaßt. –
Er lachte kurz auf. »Wir haben Besuch, Maren.«
Er deutete nach rückwärts, und Maren meinte einen Augenblick, das Herz müsse ihr stillstehen.
»Akke …« stammelte sie.
Tief mußte sich auch die große, stattliche Frau bücken, als sie aus der Stalltür trat. Und auch sie war heiß und rot und verlegen. In ihrem Arm lag ein Bündel, aus dem schwache, gnarrende Laute drangen.
»Du siehst, Edlef, deiner Frau verschlägt’s den Atem«, spottete Akke. »Und du wirst deine freundliche Einladung rückgängig machen müssen.«
»Ich bin der Herr auf dem Mutterhof«, sagte Edlef finster.
»Dasselbe mein’ ich auch«, fiel Maren schier gelassen ein. »Und wen Edlef auf den Mutterhof führt, der ist auch mir willkommen.«