Und während sie gelassen in ihrer Arbeit fortfuhr und das Zittern ihrer Hände verbarg, überstürzten sich seine Worte. Er wies auf das langsam zurückgehende Wasser. »Wenn es abgelaufen ist, Maren, müssen wir wieder von vorn anfangen mit Pflanzen und Einhegen und Bauen und Dichten, – so geht’s Jahr für Jahr, und zwei- und dreimal im Jahr. Das macht die Leute unzufrieden und verdrossen. Nicht alle sind so verwachsen wie wir mit der Heimatscholle. Es muß etwas Eingreifendes geschehen. Sonst könnten sie halligflüchtig werden. Das wäre ein Unglück für die Insel.«

Edlef Holgers sprach in kurzen, abgerissenen Sätzen.

Als wolle er eine unangenehme Nachricht vorbereiten oder hinausschieben. – »Wir haben Versammlungen gehabt. Nun sollen Abordnungen mit praktischen Vorschlägen hinausgeschickt werden, nach Kiel, nach Hamburg, nach Kopenhagen …«

»Du willst fort?« fragte Maren scharf.

»Man hat mich gewählt. Du weißt, daß der Halligbauer nur Vertrauen zu seinesgleichen hat. Da könnte Gott einen Engel vom Himmel schicken, sie würden einen lästigen Ausländer in ihm sehen.« Edlef lachte gezwungen. »Von mir weiß die Hallig, daß ich mein Leben einsetze für die Heimat.«

Es war, als höre Maren nur den kleinsten Teil von Edlefs Rede.

»Auf wie lange?« stieß sie hervor. Als sei nur die Tatsache haftengeblieben, daß er fort wolle.

»Auf ein halbes Jahr. Oder ein ganzes. Die Aufgabe, die ich zu erfüllen habe, ist nicht leicht.«

»Es ist recht«, nickte Maren, und war sehr blaß geworden. »Mein Bruder wird mir zur Seite stehen und Ohm Rickert. Auch Jung Onnen ist ein Verläßlicher. Sei ohne Sorge, Edlef. Du wirst hier alles in Ordnung finden, wenn du heimkehrst.«

»Das weiß ich. Und zur Reise richte ich mir alles selbst.«