»Unsinn!« begehrte ich auf. »Das Mädchen ist vierundzwanzig Jahre alt.«

»Aber in diesen Weihnachtsferien um ein Jahrzehnt, wenn nicht um mehr gereift …«

Maren und ich verstanden uns ohne Worte. Ich fragte nicht, wie Nomine den Anblick des veränderten Mutterhofes aufgenommen und verwunden hatte, und erfuhr nicht, wie sich die Krankheit nannte, die sie niederzwang. Ich weiß nur, daß ihr einziger Ausgang nach dem Friedhof zu den beiden verschneiten Gräbern gewesen ist. Weiß auch, daß Nomine jetzt im Ausland weilt, und daß sie auf ihren Wunsch über die Heimathallig von Maren auf dem Laufenden erhalten wird.

So schlummert auch mein allzu lebendiger Groll nach und nach still ein. Aber äußerlich wird dieses letzte Wiedersehen noch eine größere Schranke denn vordem zwischen Nomine Holgers und mir errichtet haben.

Vielleicht werden wir uns jetzt jahrelang nicht wiedersehen. Sie wird ihr Staatsexamen machen und in eine neue Welt eintreten. Ich aber will weiter meine besten Kräfte aus der Heimat saugen, und ihr weiter mein Bestes geben.


Seit einiger Zeit geht ein ungut Gerücht um.

Ich habe Müh’ und Not, es vor Maren zu bergen.

Man hat Edlef Holgers und Akke, geborene Luersen, in Hamburg zusammen gesehen.

Warum sollen zwei Halligkinder sich nicht zufällig treffen können? Und wenn Edlef wirklich längere Zeit mit ihr zusammen gewesen ist, so ist das unvorsichtig, braucht aber keine Schlechtigkeit zu sein.