Ohm Rickert lachte. – »Meine Liebe schenk ich ihr. S’ ist ’ne feine Deern. Nicht so rund und ansehnlich wie die Akke Luersen, – Donnerkiel! Aber die hat ja nun der Hamburger weggekapert. Der Alte könnt ihr Vater sein, und die Schönheit drückt ihn auf keiner Stelle. Hat aber Moses und Propheten …«

»Gehört der Schnack in diese ernste Stunde?« fragte die Ahne unwillig.

Aber Edlef trat hastig dem Ohm näher. »Was redest du da? Die Akke geht mit nach Hamburg? Seit wann? Weißt du’s genau?«

Ohm Rickert zündete erst umständlich eine neue Pfeife an. »Dafür daß du eben deine neue Braut aufgetakelt hast, mein Edlef, bist du bannig neugierig«, paffte er. »Verintressieren dich zwei Brautens?«

»Red’ nicht unsauber«, verwies ihn Edlef. Dann zog er den Alten vom Stuhl hoch und nahm ihn beiseite. »Was weißt von der Deern? Mich dünkt, sie sei Peder Claßen sin Brud.«

»Dann is sie sehr talentvoll«, meinte trocken Ohm Rickert. »Denn ich sah sie heute mit dem alten Dicken absegeln. Soll ’ne rasche Hochzeit werden, sobald die Mutter Luersen aus den Wochen ist. Ne fröhliche, alerte Familie ist das, ni wohr!«

Edlef schüttelte sich. »So will ich noch nach der Königswarf zu Peder Claußen. Gute Nacht miteinander!«

»Dann begleit ich dich«, erbot sich Ohm Rickert.

»Ich will auch ’n Büschen die Füße verpedden un noch ’n lütten Schnak machen. Wenn alle Lüd von Hochtid reden, dann müntert das höllisch auf, un ick mag dann nich achtern Aben sitten.« –

So wurde der Mutterhof heute beizeiten dunkel. Seine strohgedeckten Häuser schliefen ein und träumten einer neuen Zeit entgegen.