»Du mußt es ja wissen, Ohm Rickert,« spöttelte Edlef.

»Ja, ich weiß es auch. Mir waren immer die tollsten Deerns die liebsten. Mensch, ich war ihnen allen gewachsen. In Hamburg un Kiel un in Triest, in Memel und in Yokohama, ich kenn’ sie alle. Aber von allen wilden Deerns scheint mich die Akke Luersen die wildeste. Trotzdem ich sie nur von Sehen und Hörensagen kenne, – leider.«

»Schande wert, Ohm Rickert. Hast es gewußt, wie sie war und daß man uns kuppeln wollt, und sagtest mir nichts?«

Der Alte schlug sich kichernd auf die Schenkel: »Hattest ja dein Maul zum Neinsagen, Edlef. Schieb mich jetzt nicht vor die Bresche, mien Jung. Du wolltest sie haben, weil du ’n Koller kriegtest.«

»Nun ja, will’s zugeben, ich war verhext. Aber ihr Alten seid zum Warnen da.«

»Sind wir??? Nun dann frag dich mal as’n ehrlichen Kerl, was du angegeben hättest damals, wenn ich mich in deine Liebessachen gemengt hätte … Da laß ich meine Hände von. Du hast deine Erfahrung gemacht, – das zweite Mal fällt’s besser aus.«

»Und wenn ich sie geheiratet hätte?«

»Dazu wär’s nicht gekommen. Ich hätt dann ausgesprengt, du wärst gar nicht der reiche Edlef, – dann wäre die Akke sofort abgestanden. Ni wohr, da krümmt sik dien Eitelkeit? Is aber doch so.«

Edlef schüttelte den Kopf. »Du irrst dich, Ohm Rickert.«

»Na, dann bleib man bei –. Der Glaube macht selig und der Hering macht Durscht«, zitierte Ohm Rickert kühn.