»Ein Tanz mit ›gezuckertem Köhm‹ ist allstunds was Gutes«, bemerkte Ohm Rickert grimmig. »Wenn Ihr aber nicht wollt …, so begeben wir uns jetzt zu Tische. –« Irgend etwas Unbotmäßiges brummelte er dann noch hinter der Ahne drein.

Die Hochzeitstafel war mit Tannengrün und reichlichen Wachskerzen weihnachtlich geschmückt. Ganz am Ende des Tisches war, alter Sitte gemäß, für das Hochzeitspaar gedeckt. An der Brautseite saßen in langer Reihe die eingeladenen Frauen. Ihnen genau gegenüber die Männer. Pastor und Pastorin dicht neben den Neuvermählten. Viel gesprochen wurde nicht. Ein paar karge Worte fielen über das Wetter und über die Möglichkeit, daß das Umspringen des Windes eine Sturmflut bringen könne.

Melenke meinte, selbst Sturmflut sei besser als die Halliglangeweile. Da traf sie ein Zornblick der Ahne. Mutter Holgers aber war heut in rechter Feiertagsstimmung. Sie sah immer ihren Edlef an, der so schmuck in seines verstorbenen Vaters Hochzeitsrock auf dem Ehrenplatz saß. In ihren Augen lag noch immer der fröhliche Schein, den sie trugen, als der große Sohn sie vor einigen Tagen zum erstenmal an sein Herz genommen. Das vergaß sich nicht so leicht. – Als die Saftsuppe gegessen war, erschien ein altes Ehepaar aus der Nachbarwarf und sang dem jungen Paar ein wunderliches Lied.

Tief senkte Maren ihr erglühendes Gesicht, während Edlef mit leichtgerunzelter Stirn geradeaus schaute:

»God dün ju Börne, wo du hew wünschked,

Dat iirst Ihr en jongen Prinz,

Dat öbre Ihr en Apel rund,

Dat treet Ihr en jong Dochter in de Skud,

En denn von Ihr to Ihr sö long dat 25 sen.

All 25 an een Disch,