»Ich kann’s von mir selbst.«

»Hm.« Malcroix winkte seinen getreuen Brennstoff zu sich heran und raunte ihm etwas zu, worauf der alte Organist hinauseilte. Nicht lange darauf kam er mit Bertolds Geige wieder, die er ihm reichte.

Jetzt kam Leben in die Versammlung, ein lautloses, rasches, freudiges Verständigen, ein Zuraunen: »er wird spielen«; ein sachtes Hinsetzen und gespanntes Lauschen.

Der Künstler stimmte leicht, dann führte er den Knaben zu seinem eigenen bekränzten Sessel und drückte ihn sacht hinein. Malcroix setzte die Geige an – –

Es war wohl ein erlesenes Programm heute abend gewesen und alle alten und neuen Meister hatten dem genialen Künstler ihre Stimmen verliehen, um mit ihnen die Zuhörer zu packen und hinzureißen, aber was Malcroix jetzt den Lauschern gab, das war mehr.

Sie saßen alle weltentrückt und Malcroix war es selbst. Der arme Junge in der schmutzigen, zerlumpten Kleidung, der im bekränzten Sessel kauerte, duckte sich immer mehr und kroch ganz in sich zusammen.

Denn der Reichtum war zu mächtig, der sich da auf ihn niederließ, und sein kleines, verzagtes, verstörtes Herz konnte ihn nicht bergen.

»Fahr wohl, du goldne Sonne!«

Aber die Sonne ging nicht fort, sie schritt im Gegenteil golden und groß in den Saal hinein. Alle ihre Strahlen verfingen sich in die braune Amati und der Künstler webte aus ihnen ein goldenes Netz, das alle umspann. –

Die Augen hingen an dem Geiger.