Das Kind verstummte, denn der alte Herr von Eichen hatte sich langsam aufgerichtet und sein verändertes Gesicht war furchtbar anzusehen. Die Adern lagen wie große, blaurote Schwielen auf der breiten Stirn und die grauen, düsteren Augen schossen Blitze. Schwer fiel seine Faust auf den Tisch, daß das Kaffeegeschirr tanzte und klirrte. –

»Die Geige« – keuchte er und faßte das Handgelenk seiner Tochter, die blaß und schreckensbang zu ihm aufschaute. »Du hast es gewagt, Franziska, sie mitzubringen?« – –

Und nun folgte ein Jähzornsausbruch, so gewaltig, so wuchtig und tobend, daß die jahrhundertealten Wände zu beben schienen. »Hinaus!« schrie er mit einer Stimme, die nichts Menschliches an sich hatte, und Frau Franziska nahm mit zitternden Händen die beiden Kinder und flüchtete mit ihnen auf die große Diele. Von hier aus lief sie, wie gejagt, in ihr eigenes Zimmer, während Bertold und Liselotte sich erschreckt ansahen.

Liselotte strich sich die wirren Locken hinter die Ohren.

»Na so was!« meinte sie empört. »Das erzähle ich aber zu Hause, – das ist ja ffffurchtbar nett, daß ich nun auch den schlechten Kerl mal gesehen habe.«

»Meinen Großvater,« stammelte Bertold, blaß bis in die Lippen.

»I wo, den mein’ ich ja gar nicht. Ich mein’ natürlich deinen Onkel, der so gräßlich lacht und grinst.« – – –

Sie streichelte liebevoll den verstörten Kameraden. »Fürchte dich nur nicht, Bertold, ich beschütz’ dich schon. Weißt du, ich hab’s furchtbar gern, wenn einer so losballert wie dein Großvater, mein Väterchen tut auch so, wenn die Base ihm Papiere verkramt, – komm, Bertold, komm zur Amati.«