Ja, Schwarzhausen, das moralische Schwarzhausen, ging schweren Zeiten entgegen.



Im »Eichenborn« gab es einen Raum, ein echtes, rechtes Poetenwinkelchen, das hatte sich der alte Hieronymus Teichmann, der im übrigen eine schöne, geräumige Dienstwohnung besaß, ganz besonders für sich ausbedungen, und in diese heiligen Hallen verirrte sich nicht einmal seine liebe, gute, runde Frau.

Fingerdick lag der Staub allüberall, aber alles, was er bedeckte, waren für Hieronymus Heiligtümer und unantastbare Geheimnisse.

Nur einmal hatte Frau Thereschen Teichmann in diese Blaubartkammer hineingeschaut, und nachdem sie einen Schrei der Entrüstung ausgestoßen, hatte sie sich schnurstracks Wassereimer und Schrubber, grüne Seife, Besen, Schaufel und Wischtuch geholt.

Aber der unmelodische Schrei hatte die beiden Hüter des Heiligtums herbeigelockt, und Frau Thereschen fand sich einem Doppelposten gegenüber, der ihr den Eintritt samt den Abzeichen ihrer Hausfrauenwürde wehrte.

»Bei allem Respekt vor deiner Weiblichkeit, Teichweibchen, – halt’s Maul,« rief ihr der Gatte Hieronymus entgegen. »Staub ist alles hier auf Erden, auch du sollst einst zu Staube werden. Und nun mache kein Federlesen und heb’ dich hinweg mit deinem Besen.«

Frau Therese warf noch drei vorwurfsvolle Blicke zurück, den einen auf ihren Gatten, den andern auf den Staub und den dritten auf den Organisten Brennstoff.

Das war der andere Teil des Doppelpostens, der beste und geliebteste Freund ihres Hieronymus, an welchen niemand auch nur »tippen« durfte. Vom sechsten Jahre ihres Lebens an waren die beiden unzertrennliche Kameraden.