O heil’ge Heimat, ich grüße dich
An jedem Ort – – –
Carmen Sylva.
Da stand es noch. – Genau wie einst im Schatten der uralten Eichen.
Grau und langgestreckt mit einer langen Reihe niedriger Fenster. Und aus dem Giebelfenster schauten die steinernen Pferdeköpfe, beide von einem steinernen Eichenkranz umschlungen.
Wie ging noch die Sage? Die Sage vom Eichenborn?
Im Jahre 1298 hatte von diesem Fenster aus ein Jungfräulein Eik von Eichen nach ihrem Liebsten ausgeschaut.
Das war ein Musikant gewesen, »ein fahrender Schüler, ein wilder Gesell«, den erst die allmächtige Liebe zahm gemacht. Der ergrimmte Vater hatte gesprochen:
»Ebensowenig wie meine Rösser hier oben in deine Kemenate steigen, sich unser Wappen umhängen und aus dem Fenster hinabschauen ins Tal der wilden Gera, ebensowenig sollst du und dein Buhle jemals es tun.«
Aber da hatte es plötzlich getrammst und getrappelt, und die beiden Rosse waren die gewundenen Treppen hinaufgestiegen, umschlungen von einem Eichenkranz. Sie hatten sich eng aneinander geschmiegt und schauten ins Tal der wilden Gera, darinnen der herzwunde, einsame Spielmann seines Weges zog.