Die Zahl der Blinden und Taubstummen ist hier nur wenig verwertbar.
1895 fand man bei den Christen und bei den Juden
| blind | 6,5 | 10,5 |
| und taubstumm | 1,8 | 1,0 |
| geisteskrank | 25,3 | 29,2 |
Fishberg folgerte: „So lautet das Ergebnis, daß der größeren Taubstummenrate keine ethnischen Faktoren zu Grunde liegen, sondern lediglich die Tatsache, daß mehr jüdische als nicht jüdische Kinder die früher akuten Kinderkrankheiten überstehen und zwar unter Verlust des Hör- und Sprachvermögens, und daß ihnen die Juden als Städtebewohner mehr als die Masse der Landbewohner ausgesetzt sind.”
Ruppin versuchte eine Berechnung der Militärtauglichkeit der Juden aufzustellen, wobei die Juden ungünstiger abschnitten. Auf der anderen Seite erschien unter den Einwirkungen der guten Ernährung, der modernen Erziehung und der bekannten Sorge der jüdischen Eltern für die Gesundheit der Kinder eine hermetische Erstarkung der jüngeren Generation.
Vor Jahrzehnten glaubte ein Autor (Dürckheim) als ein Gesetz annehmen zu dürfen, daß die Juden nicht zum Selbstmord neigen. Nach v. Mayr kamen Suizide vor in Preußen
| bei den Kath. | Prot. | Juden | |
| 1849-55 | 50 | 160 | 46 |
| 1900-07 | 101 | 252 | 294 |
und in seinem Werke „Statistik und Gesellschaftslehre” schreibt dieser bekannte Soziologe: „gewaltige Veränderungen zeigt die Selbstmordlichkeit der Israeliten, ein schöner Nachweis dafür, daß hier von natürlicher Gesetzlichkeit nicht die Rede ist, sondern von sozialen Gesetzmäßigkeiten”. Dabei befällt der Selbstmord gerade Individuen mit labilem Nervensystem. Wenn die Ziffer der Selbstmordkandidaten bei den Juden auch an und für sich nicht so groß ist, daß sie die Bevölkerungsmasse erschüttert, so läßt doch der Widerschein dieses grellen Schlaglichtes den Ernst der Situation mitbeleuchten. Näcke kommt mit seiner Definition der Wahrheit am nächsten.
„Die Entartung ist im strengsten Sinne nur ein Krankheitszustand, aber noch nicht Krankheit an sich.” Das Keimplasma ist von einer ungeheuren Widerstandsfähigkeit und Beständigkeit und strebt mit einer bewundernswerten Zähigkeit einer harmonischen Entwicklung nach immanenten Gesetzen der eigenen Organisation zu. In der primitivsten Organisation liegt auch bereits das Streben und die Fähigkeit zur Regeneration, was ebenfalls vollständig ausser Acht gelassen wird, wenn man die Notwendigkeit der schärfsten Auslese predigt. Gewiss gibt es Störungen in der Organisation, Schädigungen des Keimplasmas, die nicht beseitigt werden können, unheilbar sind; aber die Erfahrung zeigt, dass sehr bedeutende Minderwertigkeit der Keimstoffe durch günstige äussere Umstände oder durch Vermischung mit gesünderem Keimplasma ausgeglichen werden kann (z. B. Erlöschen hereditärer Geistesstörung in einzelnen Stämmen).
Die Häufung pathologischer Individuen,[32] die Anzeichen gereizter Psyche, kurz die Menge psychischer und physischer Minderwertigkeit ist kein echter biologischer Prozess, sondern die Folge einer unzureichenden Sozialhygiene.