[23] Ohne die Kriegsverluste bei gedachter günstiger Friedenssterblichkeit.
[24] Darunter 129 Militärpersonen.
[25] Nur die über 14jährigen. Die Taufe der Kinder ist damit nicht erfaßt.
[26] Die Bevölkerungsabnahme der Juden Wiens war somit vor dem Weltkrieg jährlich über 500, da die Austrittsziffer nur die amtlich registrierten ausscheidenden über 14 Jahre alten Personen erfaßt.
[27] Es handelt sich um Berlin allein, Groß Berlin würde noch beweiskräftigere Zahlen liefern. Für den Westen liegt kein Material vor.
[28] Der eine Sohn war der Bassist Lindeck, der andere, allerdings nicht getauft aber wohl Dissident, der bekannte Münchener Hofkapellmeister und Wagnerdirigent.
[29] Emin Pascha, der als Jude geboren, später getauft wurde, trat zum Mohammedanismus über und wurde schließlich wieder Christ. Familien in denen die Kinder z. T. katholisch z. T. evangelisch getauft waren, sind keine Seltenheit.
[30] Von den in Preußen ermittelten Mischehen befindlichen 3643 Kinder waren 792 im jüd. Glauben erzogen. Also 22%, eine Ziffer, die fast in allen Auszählungen wiederkehrt, wonach jedes 4.-5. Kind aus Mischehen in der mosaischen Religion erzogen wird.
[31] Das XIX. Jahrhundert erfüllte der Kampf um die politischen Rechte des Individuums und die nationale Selbstständigkeit der Völker. Dem neuen Zeitabschnitt scheinen grosse soziale Auseinandersetzungen vorbehalten zu sein. Ob es gelingt, das einzelne Individuum vom Druck der Wirtschaftsverhältnisse frei zu machen, kann nur die Zukunft lehren. Vorerst hängen die Juden wie keine zweite Klasse von allen Vibrationen des Wirtschaftsmarktes ab und reagieren wie ein feines Metall auf alle Stösse des ökonomischen Lebens.
Im Mittelalter waren die Juden die Träger des Geldhandels, in der neuen Zeit sind sie die Träger des Kapitalismus, Begriffe, die man nicht ohne weiteres gleichsetzen darf. Es wäre lohnend auf alle diese Probleme einzugehen.