| [7] | Witting (Witkowski). |
| [8] | z. B. Cassel. |
| [9] | So sind z. B. die Nachkommen der bekannten jüdischen Gelddynastien Gumpert und Heine aus Hamburg mit dem deutschen und internationalen Hochadel verschwägert, ebenso wie die als Rennstallbesitzer geschätzten v. Oppenheimer aus Köln, v. Weinberg aus Frankfurt, die Bernstein-Becker aus Königsberg, v. Hirsch-Gereuth aus München. Ursprünglich jüdisch waren folgende nobilitierte Familien: v. Ukro, v. Oppenfeld, v. Renard, v. Moßner, v. Schwanenfeld, v. Halle, v. Löwenthal u. a. |
| [10] | In Bayern gibt es jetzt aktive jüdische Majore und Oberstabsärzte, erstere etwa fünf, von letzteren, soviel bekannt wurde, sieben. In Österreich haben sich Juden als Generale ausgezeichnet; aktive Offiziere gibt es einige Hundert. Nach Bloch's „Österreichische Israel. Wochenschrift“ haben sehr viele während des jetzigen Krieges ein glänzendes Avancement erfahren. Eine soeben erschienene Broschüre Ludwig Geiger's „Deutsche Juden und der Krieg“, die mir bei der Korrektur vorliegt, bringt genauere Zahlen über die Beteiligung der deutschen Juden an den Kriegen des XIX. Jahrhunderts. Hardenberg anerkannte danach schon am 4. 1. 1815: „Die jungen Männer jüdischen Glaubens sind die Waffengefährten ihrer Mitbürger gewesen, und wir haben unter ihnen Beispiele des wahren Heldenmutes und der rühmlichen Verachtung der Todesgefahr aufzuweisen, sowie die Einwohner Berlins, namentlich auch die Frauen, in Opfern jeder Art sich den Christen angeschlossen haben.“ Eine Denkschrift der Regierung Preußens vom Jahre 1847 ermittelte das Verhalten der Juden als Soldaten und stellte fest, daß die Juden in den Freiheitskriegen wie im Frieden den übrigen Truppen nicht nachstanden. |
| [11] | Die „Leipziger Neuesten Nachrichten“ konstatierten, daß die in Deutschland lebenden Juden, gleichviel welcher Staatsangehörigkeit, in großer Zahl freiwillig zu den Fahnen eilten. |
| [12] | Überall ist die Tapferkeit der Juden anerkannt worden. Prinz Fuad, der Flügeladjutant des türkischen Sultans, hat dem offiziellen ungarischen Pressevertreter folgende Erklärung abgegeben (in der deutschen Presse im Jüd. Echo, München, Nr. 27, 1915, wiedergegeben): „Die jüdische Legion, welche auf den Dardanellen operiert, verrichtet wahre Wunder. Der Kommandant der Legion, ein türkischer Jude, bekam den Hauptmannstitel und eine Auszeichnung. In den übrigen Militärteilen kämpfen die Juden mit andern zusammen ausgezeichnet. Die türkischen Militärbehörden machen daher keinen Unterschied zwischen jüdischen und nichtjüdischen Soldaten. Das Gleiche kann hinsichtlich der jüdischen Zivilbevölkerung gesagt werden, welche im jetzigen schweren Moment opferwillig dem Lande hilft, soviel sie nur vermag. Die jüdischen Bestrebungen in Palästina sind gut bekannt; niemand zweifelt an dem Patriotismus der türkischen Juden“. Und Gustav Hervé sagt über die viel geschmähten russischen Juden — welche ein eignes Regiment gebildet hatten und in den erbitterten Frühjahrskämpfen bei Arras fielen — bei Gelegenheit der Veröffentlichung von Briefen gefallener Juden der jüdischen Fremdenlegion: „Held Litwak — du, dessen herrlicher Brief, geschrieben am Tag deines ruhmvollen Todes bei Carency an der Seite von 2000 Mitjuden, ich unlängst abgedruckt habe, vergib diesen armen Sergeanten, die euch monatelang als schmutzige Judenbuben und ähnlich beschimpft haben — euch, die ohne dazu verpflichtet zu sein, in einem Augenblick edler Begeisterung euer Blut großmütig an Frankreich dahingegeben habt, das in euren Augen das Sinnbild aller Freiheit und sittlichen Größe war.“ . . . Und das beste Zeichen, wie sehr die Juden freiwillig für die Freiheit zu kämpfen wissen, daß gerade die Anführer der polnischen Legionisten fast durchwegs Juden sind: Nach dem Jüd. Echo (Nr. 31, 1914, München) ist der Vorsitzende des Polnischen Nationalen Hauptkomités und der Legionen ein Jude namens Mosche Scherer und ebenso eine ganze Anzahl von Führern der Legion. |
| [13] | Der bekannte Genosse Davidsohn „nur“ zweimal verwundet, nunmehr Offizierstellvertreter. |
| [14] | Dagegen unterstreichen z. B. die deutsch völkischen Blätter hämisch, daß Haase, welcher den verunglückten Aufruf veranlaßte, Jude sei, was man zu Kriegsbeginn, als er noch in minder unsympathischem Fahrwasser segelte, sorgsam unterließ, bei ihm zu erwähnen. Eine typische Todesanzeige für einen aktiven jüdischen Offizier mag hier folgen: Gestern Abend um ½9 Uhr verschied in der Medizinischen Klinik des Bürgerspitals zu Straßburg Herr Major Max Hollerbaum Kommandeur des B. Landsturm-Infanterie-Bataillons Passau II Ritter d. Eisernen Kreuzes, d. K. B. Militär-Verdienstordens usw. Das Bataillon steht in tiefer Trauer an der Bahre seines ersten Kommandeurs. Durch und durch Soldat, ein vornehmer, ritterlicher, zuverlässiger Charakter, durch Willenskraft und warmherziges Wohlwollen gleichmäßig ausgezeichnet, war er uns allen vorbildlich auch durch den Heroismus, den er im Kampfe gegen ein langwieriges, schweres Leiden bis zuletzt bewahrt hat. Es war ihm nicht vergönnt, wie an dem Kriege um die Gründung des Reichs so an dem um seine Behauptung bis zum ehrenvollen Abschluß teilzunehmen. Aber er hat Treue bis zum Tode gehalten, und sein Gedächtnis wird in hohen Ehren bleiben. Am 27. September 1915. Für das Landsturm-Infanterie-Bataillon Passau II I. V.: Hauptmann Freiherr von Pechmann. Anschließend mag noch bemerkt werden, daß Major Hollerbaum nicht der einzige aktive jüdische Offizier in der bayerischen Armee war. Es gab und gibt noch eine Anzahl solcher. Nachstehend seien nur einige namentlich genannt: Der alte bayerische Kürassiergeneral Carl Ritter v. Obermayer, Major Isidor Marx (Vater) und Major Maximilian Marx (Sohn), die Majore Orfenau, Friedmann, Henle u. a. Außerdem gab und gibt es viele jüdische aktive Sanitätsoffiziere, Militärbeamte und auch untere Chargen. |
I. V.: Hauptmann Freiherr von Pechmann.
| [15] | Otto v. Gottberg, die offiziöse Feder unseres Kriegsministeriums, schreibt in einem Artikel „D. K. R. A.“ über Rathenau: „Er kam ohne Ruf und Amt, ein Deutscher in Sorge um das Vaterland. Wie wenige ein Kenner unserer Wirtschaft, fühlte Dr. Walter Rathenau, daß Deutschland einen längeren Krieg siegreich nur dann überstehen könne, wenn der Staat ohne Säumen zu organisiertem Sammeln, Sparen und Mehren der für die Kriegführung nötigen Stoffe schritt. Der Kriegsminister sah den Mann, den er gesucht hatte. Sankt Bureaukratius schlug wohl unter Protest die Hände über dem Kopf zusammen, als der General den Zivilisten, Doktor und Ingenieur mit höflicher Geste beim Kragen nahm und im Allerheiligsten der Heeresverwaltung in einen Stuhl setzte mit dem Auftrag, die Kriegs-Rohstoff-Abteilung ins Leben zu rufen.“ Die Art, wie Rathenau die Aufgabe in achtmonatlichem Wirken löste, sichert ihm einen Ehrenplatz in der Geschichte des Wirtschaftskrieges. [pg 35] |