Am 15. Mai 1918 fand den Fliegertod durch Absturz mit einem Flugzeuge in Schüsselndorf bei Brieg der Beobachter-Vorschüler

Leutnant der Reserve

Simon Pinczower

Inhaber des Eisernen Kreuzes I. und II. Klasse

Die Abteilung beklagt tief den Verlust dieses tüchtigen, vor dem Feinde bewährten Offiziers und hochgeschätzten Kameraden, dessen besonderer persönlicher Schneid für unsere Waffe zu den besten Hoffnungen berechtigte.

Die Abteilung wird ihm ein treues Andenken bewahren.

Hildebrandt,

Hauptmann und Kommandeur der Flieger-Ersatz-Abteilung 11

Dieser Nachruf galt einem jungen Oberschlesier. Geboren am 12. 10. 1895 in Beuthen O.S., wo er April 1912 den Einjährigen Berechtigungsschein am Gymnasium erhielt. Der Krieg überraschte ihn als angehenden Kaufmann in Breslau, welchem Beruf er sofort Valet sagte; seine Metamorphose machte ihn zum Kriegsfreiwilligen im Inf.-Reg. 156 in Beuthen, das er bald mit dem östlichen Kriegsschauplatz vertauschte. Im Juni 1916 kam er als Vizefeldwebel und M.G.-Schütze bei den Fliegern an, als welcher er in Freiburg ausgebildet wurde. Januar 1917 nach dem Westen kommandiert, begann er seine Flugtätigkeit, die wiederholte Anerkennung fand. Im ganzen brachte er es auf 108 Frontflüge, wofür er Mitte Februar 1918 »in Anerkennung seines vorbildlichen Schneids und seiner hervorragenden Verdienste als M.G.-Schütze (Abwehrschlacht in Flandern und Cambraischlacht 1917)« das E.K. I. Klasse empfing. Kurz darauf wurde er zum Reserveoffizier der Fliegertruppen befördert und zu einem Beobachter-Vorkursus nach Brieg kommandiert, wo er bei einem Photo-Flug seinen Tod fand. Nach einer Version soll das Flugzeug infolge eines Vergaserbrandes abgestürzt sein, andere sagen ein Propeller wäre gebrochen. Nur das eine steht fest, daß Pinczower, als das Flugzeug Feuer fing, heraussprang und sich auf diese Weise noch zu retten versuchte.