Am 15. August lautete der Divisions-Befehl der X. Res.-Division:

»Ltn. Pappenheimer mit Ltn. Friedrichs als Führer (Flieger Abt. X) hat gestern unter schwierigsten Verhältnissen bei ungünstiger Witterung, tiefer Wolkenlage, starkem feindlichen Beschuß und in niedriger Höhe fliegend eine Artilleriesperrfeuerprüfung durchgeführt. Für diese schneidige und gute Leistung spreche ich beiden Offizieren volle Anerkennung aus.«

Und der Artill.-Kommandeur persönlich am 19. 10. 17.

»Das von Leutnant Friedrichs als Führer und Ltn. Pappenheimer als Beobachter besetzte Flugzeug der Feldflieger-Abt. X hat der Artillerie der X. Res.-Division besonders gute Dienste geleistet. Beide Herren waren bei jeder Wetterlage zu jedem Fluge bereit, haben sich stets angeboten und trotz allen entgegenstehenden Schwierigkeiten für das Einschießen und die Erkundung der Artillerie Großes geleistet. Sie waren unermüdlich, kaum gelandet, starteten sie von Neuem, wenn die Aufgabe es erforderte; weder die feindlichen Flugzeuge noch die Ungunst des Wetters hielt sie von ihrer erfolgreichen Tätigkeit ab. Die Artillerie verdankt gerade diesem Flugzeug einen Hauptteil ihres gelungenen Schießens; seine Tätigkeit ist ganz besonders anzuerkennen.«

Eine weitere Auszeichnung — die goldene Militärverdienstmedaille — blieb dann nicht aus.

Das Jahr 1918 begann Pappenheimer mit einem neuen Führer, mit dem er nur noch wenige Flüge ausführen sollte. Bald fand er vor dem Feinde den Heldentod. Er liegt auf dem württembergischen Bezirksfriedhof Unterbalbach zur letzten Ruhe gebettet.

Sein Hauptmann aber weihte ihm über das Grab hinaus folgende ehrenvolle Worte, die dem Briefe an seinem Vater entnommen sind:

»Am 13. Januar 1918, einem klaren, kalten Wintertag, hatte Ihr Herr Sohn den Auftrag, eine unserer Batterien gegen eine feindliche Batterie einzuschießen. Wie immer erfüllte er in meisterhafter Weise seine Aufgabe, wie nachträglich aufgenommene Photographien der beschossenen Batterien zeigen. Kurz vor dem Heimfluge wurde das Flugzeug von einem englischen Jagdeinsitzer angegriffen. Die erste Maschinengewehrgarbe traf Ihren Herrn Sohn, welcher sofort mit Herzschuß leblos zusammensank. Der Flugzeugführer (Flieger Nolte) landete das stark beschädigte Flugzeug diesseits unserer Linien bei Lehancourt nördlich St. Quentin. Ihr Herr Sohn war einer der besten Beobachtungsoffiziere, die nicht nur die Abteilung, sondern die ganze Fliegertruppe zu verzeichnen hatte. In einem Jahre war er 228 mal gegen den Feind geflogen und hat 100 Batterien mit Erfolg eingeschossen, eine Leistung, die wohl einzig dasteht und die belohnt werden sollte durch die Eingabe zum Ritterkreuz des Kgl. Hausordens von Hohenzollern.

Ihr Herr Sohn nahm eine Sonderstellung in der Abteilung ein, jeder bewunderte ihn wegen seiner Leistungen und jeder mochte ihn besonders gerne wegen seiner vornehmen bescheidenen Gesinnung. Mir persönlich war er der fleißigste und tüchtigste Mitarbeiter und ein lieber Freund.

Suchen Sie Trost in dem Gedanken, daß Ihr Herr Sohn als ein für unsere große nationale Sache durch und durch überzeugter Mann gekämpft und als Held gestorben ist.