»Als kaiserlicher Gesandter?« rief Petros freudig.
»Durch meine Verwendung. Aber das ist nicht alles.
Du erhältst von Justinian ausführliche Anweisungen, das Gotenreich zu verderben, Belisar den Weg nach Italien zu bahnen.«
»Diese Anweisungen – befolg’ ich oder vereitl’ ich?«
»Befolgst du. Aber du erhältst noch einen Auftrag, den dir Justinian ganz besonders ans Herz legen wird: die Tochter Theoderichs um jeden Preis aus der Hand ihrer Feinde zu retten und nach Byzanz zu bringen. Hier hast du einen Brief von mir, der sie dringend einladet, an meiner Brust ein Asyl zu suchen.«
»Gut,« sagte Petros, den Brief einsteckend, »ich bringe sie also sofort hierher.«
Da schnellte Theodora wie eine springende Schlange vom Lager auf, daß Galatea erschrocken zurückfuhr.
»Bei meinem Zorn, Petros, nein. Dich send’ ich deshalb. Sie darf nicht nach Byzanz, sie darf nicht leben.«
Bestürzt ließ Petros den Brief fallen. »O Kaiserin,« flüsterte er – »ein Mord!«
»Still, Rhetor,« sprach Theodora mit heiserer Stimme und unheimlich funkelten ihre Augen. »Sie muß sterben.«