»Höre, dann entscheide ob ich’s kann. Das Weib hat die drei Herzoge ermorden lassen.«

Cethegus zuckte die Achseln: »Das glauben manche Leute.«

»Aber ich kann es beweisen.«

»Das wäre,« meinte Cethegus ungläubig. »Herzog Thulun, wie du weißt, starb nicht sofort. Er ward auf der ämilischen Straße überfallen, nahe bei meiner Villa [pg 295]zu Tannetum: meine Colonen fanden ihn und brachten ihn in mein Haus. Du weißt, er war mein Vetter – ich bin aus dem Hause der Balten – er verschied in meinen Armen.«

»Nun, und was sagte der Kranke im Wundfieber?«

»Nichts Wundfieber! Herzog Thulun traf noch im Stürzen den Mörder mit dem Schwert: er entkam nicht weit; meine Colonen suchten ihn und fanden ihn sterbend im nächsten Walde: er hat mir alles gestanden.«

Cethegus drückte nur unmerklich die Lippen zusammen. »Nun, was war er? was hat er ausgesagt.«

»Er war,« sprach Gothelindis scharf, »ein isaurischer Söldner, ein Aufseher der Schanzarbeiten zu Rom und sagte aus: Cethegus, der Präfekt, hat mich zur Regentin, die Regentin zu Herzog Thulun gesendet.«

»Wer hörte dies Geständnis außer dir?« fragte Cethegus lauernd.

»Niemand. Und niemand soll davon hören, wenn du zu mir stehest. Wenn aber nicht, dann –«