Die Stimme versagte ihr. Aber aus ihren Augen loderte Feuer auf den König. »Du wagst es!« rief sie nochmals – »Hinweg, hinweg von mir!«
»Still,« sprach Witichis, »willst du die Lauscher draußen herbeirufen? Fasse dich, ich verstehe dich nicht.«
Und rasch zog er das mächtige Schwert aus der Scheide, trat damit an das Doppelpfühl und legte es auf den Rand der beiden Lager, wo sie eng aneinanderstießen.
»Sieh hier dies Schwert! Es sei die ewige, scharfe, [pg 189]eherne, kalte Grenze zwischen uns! Zwischen deinem Wesen und dem meinen.
Beruhige dich doch nur. Es soll uns ewig scheiden.
Ruhe du hier zur Rechten seiner Schneide, – ich bleibe links. So teile, wie ein Schwertschnitt, diese Nacht für immer unser Leben!«
Aber in Mataswinthens Busen wogten die mächtigsten Gefühle, furchtbar ringend, drohend: Scham und Zorn, Liebe und glühender Haß. Die Stimme versagte ihr. »Nur fort, fort aus seiner Nähe,« konnte sie noch denken. Sie eilte gegen die Thür.
Aber mit fester Hand ergriff Witichis ihren Arm.
»Du mußt bleiben.« Da zuckte sie zusammen: das Blut schoß in ihr auf: bewußtlos sank sie nieder.
Ruhig sah Witichis auf sie herab. »Armes Kind,« sprach er, »der schwüle Duft in diesem Gelaß hat sie ganz verwirrt! Sie wußte nicht, was sie sinnlos sprach!