»Ich werde gehorchen.«
»Morgen steht ein Ausfall Belisars bevor: und ein Sturm der Barbaren. Ich muß die Stadt beschirmen. Doch ahnt mir Gefahr für den löwenkühnen Mann: – ich muß ihn treu gehütet wissen. Du wirst morgen, – ich befehl’ es, – den Feldherrn begleiten und sein Leben decken.«
»Mit meinem eignen.«
»Gut, Tribun, ich verlasse mich auf dein Wort.«
»Bau’ du auf meines: auf Wiedersehn: nach der Schlacht: vor dem Senat. Nach beiden Kämpfen lüstet mich gleich sehr. Auf Wiedersehn: – – vor dem Senat.«
»Auf Nimmerwiedersehn,« sprach Cethegus, als sein Schritt verhallte. »Syphax,« rief er laut, »bringe Wein und das Hauptmahl. Wir müssen uns stärken: – auf morgen.«
Elftes Kapitel.
Früh am andern Morgen wogte sowohl in Rom als in dem Lager der Goten geschäftige Bewegung.
Mataswintha und Syphax hatten zwar einiges entdeckt und gemeldet: – – aber nicht alles. Sie hatten von dem Gelübde der drei Männer gegen Belisar erfahren und den früheren Plan eines bloßen Scheinangriffs gegen das Sankt Pauls-Thor, um von dem Gedanken an Belisars Geschick abzulenken. Aber nicht hatten sie erfahren, daß der König, in Änderung jenes Planes eines bloßen Scheinangriffs, für diesen Tag der Abwesenheit des großen Feldherrn einen in tiefstes Geheimnis gehüllten Beschluß gefaßt hatte: es sollte ein letzter Versuch gemacht werden, ob nicht gotisches Heldentum doch dem Genius Belisars und den Mauern des Präfekten überlegen sei. Man hatte sich im Kriegsrat des Königs nicht über die Wichtigkeit des Unternehmens getäuscht: wenn es wie alle früheren, vereinzelten Angriffe – achtundsechzig Schlachten, Ausfälle, Stürme und Gefechte hatte Prokop während der Belagerung bis dahin aufgezählt – scheiterte, so war von dem ermüdeten, stark gelichteten Heer keine weitere Anstrengung mehr zu erwarten. Deshalb hatte man sich auf Tejas Rat eidlich verpflichtet, über den Plan gegen jedermann ohne Ausnahme zu schweigen.