Wär’ ich nicht Belisars, – ich möchte dein Geschichtschreiber sein.«
»Interessanter wäre es,« sagte der Präfekt ruhig, »aber schwerer.«
»Doch graut mir vor der ätzenden Schärfe deines Geistes. Sie ist ein Zeichen der Zeit, in der wir leben. Sie ist wie eine blendendfarbige Giftblume auf einem Sumpfe. Wenn ich denke wie du den Gotenkönig durch sein eigen Weib zu Grunde gerichtet ... –«
»Ich mußte dir das jetzt sagen. Leider hab’ ich in letzter Zeit wenig von meiner schönen Verbündeten gehört.«
»Deine Verbündete! Deine Mittel sind ...« – »Immer zweckmäßig.«
»Aber nicht immer ..! – Gleichviel, ich gehe mit dir: – noch eine Strecke Weges, weil ich meinen Helden aus Italien fort haben will, sobald als möglich. Er soll [pg 321]in Persien Lorbeeren sammeln, statt hier Dornen. Aber ich gehe nicht weiter mit dir als bis ... –«
»Zu deinem Ziel, das versteht sich.«
»Genug. Ich spreche sofort mit Antoninen: ich zweifle nicht am Erfolg. Sie langweilt sich hier aufs tödlichste. Sie brennt vor Begierde, in Byzanz nicht nur so manchen Freund wiederzufinden, auch die Feinde ihres Gatten zu verderben.«
»Eine gute schlechte Frau.«
»Aber Witichis? Meinst du, er wird eine Empörung Belisars für möglich halten?«