Da erglühte plötzlich der ganze Horizont über der Stadt. Eine Flammensäule schoß hoch empor, und zahllose Funken stoben nieder. Es schien Feuer vom Himmel zu regnen. Im roten Licht glänzte ganz Ravenna. Es war ein furchtbar herrlicher Anblick.
Die beiden Heere, im Begriff handgemein zu werden, hielten inne.
»Feuer! Feuer! Witichis! König Witichis,« schrie jetzt ein Reiter, der von der Stadt her jagte, »es brennt.«
»Das sehen wir. Laß brennen, Markja! Erst fechten, dann löschen.«
»Nein, nein, Herr! alle deine Speicher brennen! Dein Getreide fliegt in Myriaden Funken durch die Luft.«
»Die Speicher brennen!« schrien Goten und Byzantiner.
Witichis versagte die Stimme, zu fragen. »Der Blitz [pg 351]muß schon lange im Innern gezündet haben. Es hat von innen heraus alles zusammengebrannt. Da sieh, sieh hin. –«
Ein stärkerer Stoß des Sturmwinds fuhr in die Lohe und entfachte sie riesengroß. Die Flammen flogen auf die nächsten Dächer. Zugleich schien der hölzerne Dachfirst des hohen Gebäudes jetzt hinabzustürzen. Denn nach einem schweren Schlag schossen abermals viele, viele Tausende von Funken empor. Es war ein Flammenmeer.
Witichis wollte das Schwert erheben zum Befehl: – matt sank sein Arm herunter.
Cethegus sah’s: »Jetzt,« rief er, »jetzt zum Sturm!«