»Allen Heiligen sei Dank. Viel länger dürft’ es nicht währen: – ich fürchte ... –« Und er stockte.

»Was? sprich,« mahnte Rauthgundis entschlossen. »Ich kann alles hören.«

»Es ist am Ende besser, du weißt es. Denn du bist klüger und findiger als wir beide. Und findest eher Rat als wir. Ich fürchte: sie haben’s schlimm mit ihm vor.

So lange Belisar hier befahl, ging es ihm noch gut.

Aber seit der fortgebracht und der Präfekt, der schweigsam kalte Dämon, Herr im Palast ist, hat’s ein gefährlich Ansehn. Alle Tage besucht er ihn selbst im Kerker.

Und spricht lang und eifrig und drohend in ihn hinein. Ich habe oft im Gang gelauscht. Er muß aber wenig ausrichten. Denn der Herr giebt ihm, glaub’ ich, gar keine Antwort. Und wenn der Präfekt herauskommt, blickt er so finster wie – wie der König der Schatten. Und seit sechs Tagen erhalte ich keinen Wein und keine Speisen [pg 391]für ihn als ein kleines Stück Brot. Und die Luft da unten ist so moderdumpf wie im Grabe.«

Rauthgundis seufzte tief.

»Und gestern, als der Präfekt herauf kam, – er sah grimmiger als je darein – da fragte er mich .. –«

»Nun? sprich es aus, was es auch sei!«

»Ob die Foltergeräte in Ordnung seien.«