Es war etwas an diesem Mann, das Cethegus zum Staunen zwang. »König der Goten,« sagte er, »du sprichst klar und groß wie ein König: ich danke dir. Man soll nicht sagen von Cethegus, daß er die Sprache der Größe nicht versteht. Es ist, wie du sagst: ich werde mein Rom nach Kräften römisch erhalten.«
»Gut,« sagte Witichis, »sieh, man hat mich gewarnt vor deiner Tücke: ich weiß viel von deinen schlauen Plänen: ich ahne noch mehr: und ich weiß, daß ich gegen Falschheit keine Waffe habe. Aber du bist kein Lügner. Ich wußte, ein männlich Wort ist unwiderstehlich bei dir: und Vertrauen entwaffnet einen Feind, der ein Mann.«
»Du ehrst mich, König der Goten.
Ich will dich warnen: weißt du, wer die wärmsten Freunde Belisars?« – »Ich weiß es: Silverius und die Priester.« – »Richtig. Und weißt du, daß Silverius, sowie der alte Papst Agapetus gestorben, den Bischofstuhl von Rom besteigen wird?«
»So hör’ ich.
Man riet mir, auch ihn als Geisel fortzuführen. Ich werd’ es nicht thun. Die Italier hassen uns genug. Ich will nicht noch in das Wespennest der Pfaffen stoßen. Ich fürchte die Märtyrer.«
Aber Cethegus wäre den Priester gern los geworden. »Er wird gefährlich auf dem Stuhl Petri,« meinte er.
»Laß ihn nur! Der Besitz dieses Landes wird nicht durch Priesterkunst entschieden.« – »Wohlan,« sprach Cethegus, die Papyrusrolle vorzeigend, »ich habe hier die Namen seiner wärmsten Freunde zufällig beisammen. Es sind wichtige Männer.«
Er wollte ihm die Liste aufdringen und hoffte, die Goten sollten so seine gefährlichsten Feinde als Geiseln mitführen.
Aber Witichis wies ihn ab. »Laß das! Ich werde gar keine Geiseln nehmen. Was nützt es, ihnen die Köpfe abzuschlagen? Du, dein Wort soll mir für Rom bürgen.«