Die Priester und einige der Vornehmen schienen verstanden zu haben und erhoben unbedenklich die Finger zum Schwur. Da besann sich auch die Menge nicht länger und der Platz erscholl von dem lauten Ruf: »Wir schwören Treue den Goten.«

»Es ist gut, Bischof von Rom,« sprach der König. »Wir bauen auf euren Schwur. Lebt wohl, ihr Römer! Bald werden wir uns wieder sehen.« Und er schritt die breiten Stufen nieder. Teja und Hildebad folgten ihm.

»Jetzt bin ich nur begierig ...« – sagte Teja.

»Ob sie es halten?« meinte Hildebad.

»Nein. Gar nicht. Aber wie sie’s brechen. Nun, der Priester wird’s schon finden.«

Und mit fliegenden Fahnen zogen die Goten ab zur Porta Flaminia hinaus, die Stadt ihrem Papst und dem Präfekten überlassend, während Belisar in Eilmärschen auf der Via Latina nahte.

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Neuntes Kapitel.

In der Stadt Florentia waltete eifriges kriegerisches Leben. Die Thore waren geschlossen: auf den Zinnen und Mauerkronen schritten zahlreiche Wachen, in den Straßen klirrte es von Zügen reisiger Goten und bewaffneter Söldner: denn die Wölsungen Guntharis und Arahad hatten sich in diese Stadt geworfen und sie einstweilen zum Hauptwaffenplatz des Aufstandes gegen Witichis gemacht.

In der schönen Villa, die sich Theoderich in einer Vorstadt am Ufer des Arnus, aber noch in den Ringmauern der Stadt, gebaut, hausten die beiden Brüder.