»Witichis!« hauchte Mataswintha mit leuchtenden Augen und hochaufatmend.
»Ja! ihn haben die Rebellen von Regeta, das Recht des Adels vergessend, zum König der Goten erhoben.«
»Er! er mein König!« sprach Mataswintha wie im Traume.
»Ich hätte dir’s gesagt, schon da ich dich als Königin begrüßte; aber in deinem Gemach stand seine Marmorbüste, bekränzt. Das war mir verdächtig. Später sah ich’s: es war ein Zufall: es ist ein Areskopf.«
Mataswintha schwieg und suchte die glühende Röte zu verbergen, die ihr Antlitz überflog.
»Nun,« rief Arahad, »was ist zu thun?«
»Wir müssen fort. Wir müssen ihm zuvorkommen in Ravenna. Florentia, die Feste, hält ihn eine Weile auf: indessen gewinnen wir Ravenna und wenn du Beilager gehalten in der Burg Theoderichs mit dessen Enkelin, ist alles Volk der Goten unser. Auf, Königin! Ich lasse deinen Wagen schirren: in einer Stunde gehst du nach Ravenna in der Mitte unsrer Scharen.« Und die Brüder eilten hinweg.
Blitzenden Auges sah ihnen Mataswintha nach:
»Ja, führt mich fort, gefangen und gebunden; wie der Adler aus der Höhe wird mein König auf euch niederstoßen und mich retten aus eurer Gewalt. Komm, Aspa, der Befreier naht.«