»Du siehst also,« fuhr Cethegus fort, »daß dir mein Tod die Thore Roms nicht öffnet, sondern für immer sperrt. Du mußt die Stadt belagern: oder mit mir abschließen.«
Belisar warf einen Blick des Zornes, aber auch der Bewunderung auf den kühnen Mann, der ihm mitten unter seinen Tausenden Bedingungen vorschrieb. Dann steckte er das Schwert ein, warf sich unwillig auf seinen Stuhl und fragte: »Welches sind deine Bedingungen für die Übergabe?« »Nur zwei. Erstens giebst du mir Befehl über einen kleinen Teil deines Heeres. Ich darf deinen Byzantinern kein Fremder sein.«
»Zugestanden. Du erhältst als Archon zweitausend Mann illyrischen Fußvolks und eintausend saracenische und maurische Reiter. Genügt das?«
»Vollkommen. Zweitens.
Meine Unabhängigkeit vom Kaiser und von dir ruht einzig auf der Beherrschung Roms. Diese darf durch deine Anwesenheit nicht aufhören. Deshalb bleibt das ganze [pg 121]rechte Tiberufer mit dem Grabmal Hadrians, auf dem linken aber das Kapitol, die Umwallung im Süden bis zum Thore Sankt Pauls einschließlich, bis zum Ende des Krieges in der Hand meiner Isaurier und Römer; von dir aber wird der ganze Rest der Stadt auf dem linken Tiberufer besetzt, von dem flaminischen Thor im Norden bis zum appischen Thor im Süden.«
Belisar warf einen Blick auf den Plan. »Nicht übel gedacht! Von jenen Punkten aus kannst du mich jeden Augenblick aus der Stadt drängen oder den Fluß absperren. Das geht nicht an.«
»Dann rüste dich zum Kampf mit den Goten und mit Cethegus zusammen vor den Mauern Roms.«
Belisar sprang auf. »Geht! laßt mich allein mit Prokop! Cethegus, erwarte meine Entscheidung.«
»Bis morgen,« sagte dieser. »Bei Sonnenaufgang kehr’ ich nach Rom zurück, mit deinem Heer oder – allein.«