»Ich halte treu an meinem Gott:
Drum leid' ich von den Heiden Spott.
Jedoch aus Spott und Herzeleid
Löst mich der Herr zu rechter Zeit.
Ich bau auf dich, Herr Zebaoth,
Mein Gott ist stark, mein Gott ist groß
Und süß ruht sich's in Abrams Schos.«


X.

Die Sonne dieses Tages neigte sich zur Rüste, die Wipfel der Buchen des Königswaldes wunderschön vergoldend.

In tiefster Erregung durchschritt der Bischof nach Erledigung aller geistlichen und weltlichen Geschäfte – auch in den Nächten hatte er zuletzt nicht mehr geschlafen – lange den geräumigen Büchersaal.

Ein blaues Wölklein von gar süßem Geruch schwebte kreiselnd durch den Saal und verzog sich langsam durch das offene Fenster: neben dem mit Urkunden hoch bedeckten Schreibtisch ruhte auf hohem Erzgestell ein zierlich gearbeitetes Kohlenbecken, in welchem auf rotglühenden Kohlen Weihrauch glimmte: der Bischof hatte befohlen, denselben für den Abendgottesdienst bereit zu stellen.

Oft und oft ließ er im Wandeln den Blick durch das Fenster auf den freien Platz, auf den Strom, die Brücke, die ragende Feste und die Hügelkette im Westen schweifen.

»Wie schön war sie doch, diese Welt, welche morgen in Flammen aufgeht!« Er seufzte tief: dann schloß er fromm: »aber nicht mein Wille, – dein Wille, o Herr, geschehe!« –

Supfo trat ein, offenbar, jemand zu melden.