Tafel 4.
Süden.
Norden.
Unsere Sonne mit Flecken und Kalziumfackeln (Calciumflocculi).
(Originalphotographie von Professor Campbell, Licksternwarte. Aufgenommen mit dem Spektroheliographen im Lichte der Kalziumlinie. 1912.)
Vor mir lag das wuchtige Massiv der »Hohen-Tatra«. Wie ein Riesenbau, den Titanen in Vorweltstagen aufgeführt haben, erhob sich der massige Gebirgsstock aus der Zipser Ebene mit seinen schnee- und gletscherbedeckten Spitzen, Zacken und Graten.
Mit einem Male erglühten die höchsten, mit Firnfeldern bedeckten Kämme in rosigem Schimmer, – ein unvergleichlich schönes und unbeschreibliches Bild! –
Die Sonne wollte kommen, und in diesem Aufglühen der eisumhüllten Tatraspitzen verkündete sie den Bewohnern der Täler ihre Ankunft.
Allmählich verblaßte der Purpurschein auf dem Gebirge und ließ die Gletscher und Kuppen und endlich auch die tiefer gelegenen Wälder im Sonnenlichte erscheinen, bis die ganze Ebene mit den goldenen Strahlen des im Osten aufgehenden Tagesgestirnes erfüllt war.
Ich werde jenen Frühmorgen und jenen Sonnenaufgang in der Hohen-Tatra sobald nicht vergessen; aber nicht bloß ich allein hatte mich auf ihn gefreut, sondern die ganze Natur harrte ihm an jenem Morgen entgegen! –