In den ersten beiden Monaten des Jahres sehen wir diesen Lichtkegel bald nach Sonnenuntergang im Westen, im Spätherbste aber vor Sonnenaufgang im Osten. Von dem Lichtkegel (dem Hauptscheine) geht dann noch in der entgegengesetzten Richtung ein Gegenschein aus, so daß Tierkreislicht (Hauptschein) und Gegenschein den östlichen und westlichen Horizont miteinander verbinden.

Tafel 6.

Die Sonnenwarte auf dem Mount-Wilson bei Pasadena (U. S. A.).
(Eine Stiftung Andrew Carnegies, des bekannten Menschenfreundes und Multimillionärs. – In dem eigenartigen Gebäude ist das große Snow-Teleskop untergebracht.)

Auf hohen Bergen und in den Tropen sieht man den zarten Lichtkegel in jeder Nacht. Er leuchtet dann oft so stark wie die Milchstraße. Das Tierkreislicht stellt, – nach allem, was wir bis zur Stunde von ihm wissen, – den Überrest des Urnebels dar, aus dem Sonne, Planeten und Monde einst wurden. Es reicht mit seinen äußersten Ausläufern weit über die Bahn des Planeten Mars hinaus, so daß Merkur, Venus, Erde und auch Mars, die der Sonne am nächsten stehenden Planeten, – in diese Staubwolke noch eingehüllt sind. Man nimmt an, daß größere Teilchen des Zodiakallichtes einst auf den Mond niederschlugen, und zwar zu einer Zeit, als er noch zähflüssig war. Sie schufen so einen Teil jener Pockennarben, die wir im Fernrohre heute überall auf seiner Oberfläche erkennen können. Ferner nimmt man noch an, daß die Materie des Zodiakallichtes einst auch Anteil genommen hat an der Bildung der kleinen Planeten, die in der großen Lücke zwischen dem Mars und dem Jupiter um die Sonne kreisen.

Um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts glaubte man, daß zwischen der Sonne und dem sonnennahesten Planeten Merkur noch ein Planet um jene wandere, – ein sogenannter intramerkurieller. Man hat diesem, bisher noch nicht entdeckten Planeten schon den Namen Vulkan gegeben. –

Alle Versuche, ihn mit dem Fernrohre und mit der photographischen Platte aufzufinden, sind bisher mißlungen. Man neigt deshalb der Ansicht zu, daß dieser Planet überhaupt nicht existiert. Sein Dasein hat man daraus folgern wollen, daß Merkur in seiner Wanderung um die Sonne gewisse Verzögerungen, die man Störungen nennt, erleidet. Heute glaubt man in astronomischen Fachkreisen aber fast allgemein, daß an diesen Störungen nicht ein Planet zwischen Merkur und Sonne schuld ist, sondern der Staubring des Tierkreislichtes. Merkur muß auf seiner Bahn um die Sonne herum durch diesen Staubring hindurch und ihm wird dadurch ein, wenn auch ganz unmerklicher, aber doch bedeutsamer Widerstand entgegengesetzt. Vielleicht bildet sich in der Folgezeit aus der Staubwolke des Tierkreislichtes einmal ein intramerkurieller Planet! –


B. Die Welt der Planeten!

»Ein kleines Wörtlein sprach Gott aus,
Klein unter alle Maßen:
Da spranget ihr aus nichts heraus
Auf die bestimmten Straßen.
Auf diesen laufet ihr nun fort
Und webet uns die Zeiten,
Und unaufhörlich helft ihr dort
Uns Tag und Nacht bereiten!« – (F. Spee.)