Sie können also kleine Planeten sein, die sich in das System (den Bereich) des Uranus verirrten oder auch Kometen, die eingefangen und gezwungen wurden, als Monde nun um das Gestirn zu wandern.
Der Neptun.
Die Entdeckung dieses Planeten, des äußersten, den wir vorläufig in unserem Sonnenreiche kennen, gehört zu den größten Triumphen der rechnenden Astronomie! –
Neptun ist am Gelehrtenschreibtisch und nicht auf der Sternwarte entdeckt worden, nicht mit dem Fernrohre, sondern mit der Feder! Das klingt sehr sonderbar und doch verhält es sich so! Der Pariser Astronom Leverrier war es, der ihn am Schreibtische errechnet hat, und der Name dieses Gelehrten wird darum unsterblich bleiben!
In der Wanderung des Planeten Uranus um die Sonne zeigten sich nämlich kleine Abweichungen. Man nennt dies Störungen! Diese konnte man sich nur dann erklären, wenn man annahm, daß jenseits des Uranus noch ein größerer Körper, – also ein Planet, – um die Sonne wandere. Zwei Astronomen, – nämlich der bereits genannte Franzose Leverrier, und der Engländer Adams suchten diesen Planeten rechnerisch festzulegen. Leverrier hat dann, ohne von Adams Arbeit eine Kenntnis zu besitzen, seine Berechnungen früher als jener veröffentlicht, und so ist Adams um den Ruhm der Entdeckung gekommen. Leverrier teilte an dem Tage, an dem er seine Berechnungen fertig hatte, dem Berliner Astronomen Galle das Resultat derselben mit und forderte Galle auf, an einer, ihm näher bezeichneten Stelle des Firmamentes nach dem »Errechneten« zu suchen! In der nächsten Nacht fand dann auch Galle den »Errechneten«, und zwar sehr nahe bei dem Orte, den ihm Leverrier angegeben hatte.
Auf diese Weise ist der dem Meergotte geweihte Planet entdeckt worden! –
Neptun ist 600 Millionen Meilen von der Sonne entfernt, und umkreist sie einmal in 164 Jahren. Nur im Fernrohre ist er sichtbar, mit dem bloßen Auge indes nicht. Er strahlt in grünlichem Lichte und wird von einem Monde umwandert, der ebenfalls rückläufig ist. Über den Planeten, seine Oberfläche und seinen Mond wissen wir so gut wie nichts, weil das Gestirn ungeheuer weit von uns absteht. Wahrscheinlich ist auch er noch in einem Übergangsstadium vom feurigflüssigen zum festen Zustande!
Die moderne Forschung nimmt an, daß Neptun sicher mehrere Monde, und daß auch der Uranus deren wohl noch mehrere besitzt. Wir kennen sie nur nicht. Sie entgehen unserer Beobachtung, weil sie zu winzig sind und zu wenig Licht aussenden, als daß wir sie sehen könnten! –
Ein Teil der Astronomen ist der Meinung, daß der Neptun noch nicht unser Sonnenreich nach außen hin abschließt, sondern daß auf ihn noch ein Planet folgt. Dieser würde in einem Abstande von 1200 Millionen Meilen von uns die Sonne umkreisen.