Das reiche Gefolge der Monde ist im Verein mit dem Saturn ein Abbild unseres ganzen Sonnensystems. Die Monde des Planeten heißen: Mimas, Enceladus, Thetis, Dione, Rhea, Titan, Hyperion, Japetus, Phöbe und Themis.

Saturn selbst stellt die »Sonne« dieses Systems dar. Der Ring, der ihn umgibt, deutet das Tierkreis- oder Zodiakallicht an. Die zehn Monde entsprechen zunächst den uns bekannten acht und dann den zwei noch unbekannten, aber angenommenen Planeten unseres Sonnenreiches. Zwischen dem fünften und sechsten Saturntrabanten zeigt sich ein größerer Zwischenraum. Dieser entspricht der Lücke zwischen dem Planeten Mars und Jupiter! Die Lücke ist, wie wir hörten, mit der Schar der kleinen Planeten angefüllt. Moderne Astronomen vermuten, daß auch der Zwischenraum zwischen dem fünften und sechsten Saturnmonde eine Schar von kleinsten Körperchen, – ähnlich den Asteroiden, – besitzt. Ihrer Winzigkeit wegen können wir sie im Fernrohre nur nicht sehen und auch nicht mit der Camera auffinden! Jupiter ist der »Riese unter den Planeten« unseres Sonnenreiches, Titan der »Riese unter den Saturnmonden«.

Der Saturnmond Phöbe ist rückläufig, gleich dem neunten Jupitermonde. Infolgedessen hält man auch Phöbe für einen eingefangenen Mond, der wahrscheinlich aus der Gruppe der kleinen Planeten stammt!

Der Uranus.

Als Wilhelm Herschel, – der einstige Stadtmusikant von Hannover und dann so berühmt gewordene Astronom, – im Jahre 1788 den Uranus mit einem seiner Riesenreflektoren (Spiegelteleskope) entdeckt hatte, ahnte er nicht, daß es sich in dem »Findlinge« um einen neuen Planeten handelte, der die alte Grenze unseres Sonnenreiches um ein Beträchtliches weiter in den Raum hinausrückte.

Dem bloßen Auge erscheint der Planet als ein winziges Sternchen, und man muß, – will man ihn sehen, – genau die Stelle am Himmel kennen, an der er jeweilig steht. Er strahlt im gelblichen Lichte und ist von der Sonne, von der er sein Licht noch erhält, 400 Millionen Meilen entfernt. In 84 Jahren vollendet er einen Umlauf um sie! –

Eine Abplattung an seinen beiden Polen hat man bisher noch nicht einwandsfrei feststellen können; aber man nimmt sie an, weil fast alle Planeten, die wir kennen, diese Abplattung zeigen!

Über seine Oberflächenbeschaffenheit und über seine Lufthülle wissen wir fast gar nichts, denn das Gestirn ist viel zuweit von uns entfernt, als daß wir Einzelheiten auf ihm genau erkennen könnten. Man hat zwar angenommen, daß er eine Lufthülle, und daß diese ebensolche wolkige und bandartige Streifen, wie die des Jupiter und Saturn, habe; aber die Beobachtungen dieser Art sind stets dann wieder verneint worden.

Uranus wird von den vier Monden Ariel, Umbriel, Titania und Oberon umkreist. Alle diese Monde sind rückläufig, wie der Saturnmond Phöbe und wie der neunte Jupitermond.

Entweder gehörten die vier Uranusmonde von Anfang an dem Reiche des Planeten an, wie es die Weltbildungshypothese auch annimmt, die außer der »Kant-Laplaceschen« am Eingang dieses Buches erwähnt wurde, oder die vier Uranusmonde sind eingefangen worden und gehörten anfänglich gar nicht zu dem Planeten.