Aus der Ostsee ragen hoch die Kreidefelsen Rügens empor, und seit Jahrtausenden schon tönt zu ihnen herauf das »Lied der Welle«, das dem Kundigen in der Natur so manches Geheimnis des Meeres offenbart. Dieses Lied erzählt uns, daß die Kreidefelsen der Insel Rügen sich nach und nach aus mikroskopisch kleinen Skeletten von winzigen Stabtierchen (Diatomeen) aufbauten. Wir schütteln den Kopf über eine solche Riesenarbeit und vermögen kaum zu fassen, wie das geschehen konnte.
Welche Zeit war zum Aufbau dieser Kreidefelsen doch nötig, und wie viele Milliarden Skelette waren dazu erforderlich!
Wir stehen vor einem Bienenstock und betrachten die kleinen Tierchen bei ihrer mühsamen Arbeit. Unermüdlich fügen sie, – kunstgeübt, – Zelle an Zelle und fertigen so die Waben an, in die sie den süßen Honig legen.
Wir essen ihn und wie wenige mögen dabei an die Kunstfertigkeit und die Arbeit denken, die die Bereitung der köstlichen Speise den kleinen Bienen macht und die sie hierbei leisten müssen!
Eine große Bücherei birgt tausende von Büchern!
Welche Fülle von Wissen, von Zeit, Arbeitskraft und Mühe steckt in allen diesen Werken, die oft zu dem Bedeutendsten gehören, was menschlicher Geist hervorzubringen vermochte.
Wie wenige erinnern sich daran, sondern staunen nur die Unmenge der Bände an, die hier aneinandergereiht in den Fächern und Regalen stehen. –
Wir bewundern die Kunstwerke unserer Maler und Bildhauer, die in ihnen die Schönheit der Natur nachzuahmen versuchten; aber noch weit großartiger als alles, was Kristall, Pflanze, Tier und Mensch zu schaffen vermochten und noch vermögen werden, ist das, was Gott einst getan hat, als er die Weltenkörper ins Dasein rief! –
Kristall, Pflanze, Tier und Mensch sind in ihrem Tun und Handeln erfüllt von jenem großen: »Es werde!«, das der Schöpfer einst in den weiten Weltenraum hinausrief!
An jenes Einst, – also an den Uranfang der Zeiten, – wollen wir uns einmal in Gedanken zurückversetzen! –