Ich war traurig, daß man mir eine unschuldige Freude zerstört hatte und nahm die Scherben in die Hand. Sie waren morsch und schwammig und, da sie wertlos waren, warf ich sie hinaus auf die Straße.
Heute, wenn ich an jene Geschichte mit der Kugel denke, weiß ich, daß ich als Kind an der alten »Hussiten-Kugel« im kleinen einen Vorgang sich vollziehen sah, der sich auch an den Weltenkugeln im großen abspielt!
Betrachte ich einmal den Mond in meinem Fernrohre, dann muß ich an meine alte Kugel aus der Hussitenzeit denken, denn auch sie zeigte Pockennarben und Sprünge wie der Mond, weil sie morsch geworden war. Sollte der Mond auch morsch und schwammig geworden sein, gleich jener Steinkugel?
Vielleicht! –
Der Astronom sagt uns, daß er den Mond für einen erstorbenen und verbrauchten Körper ansieht. Auf ihm ist alles Leben erloschen, und er hat weder Luft noch Wasser, oder doch davon nur so wenig, daß es sich kaum lohnt, darüber zu reden. Die Kälte des Weltenraumes, – 273 Grad Celsius unter Null, – umgibt den Mond. Vierzehn Tage lang ist er der Kälte ausgesetzt, und vierzehn Tage wieder hüllt ihn die feurige Glut der Sonne ein. Dieser Kampf der Hitze gegen die Raumkälte muß den Mond langsam aufreiben. Er wird also im Laufe der kommenden Zeit allmählich zerbröckeln. Die abgebröckelten Stücke werden dann die ganze Bahn bedecken, auf der der Trabant die Erde umwandert und, wenn der Begleiter der Erde ganz zertrümmert ist, dann wird unser Planet von einem Staub- oder Meteorring umgeben sein, wie wir es bei unserer Sonne im Zodiakallicht und beim Saturn in seinem Ringsystem sehen können.
Oder, – der Mond wird einst auf die Erde, aus der er sich bildete, niederstürzen und auf ihr zerschellen. In diesem Aufprall wird er aber auch die Erde in Stücke schlagen und dabei eine solch' enorme Hitze erzeugen, daß beide Körper sofort verbrennen! –
Auf alle Fälle würde der Niedersturz des Begleiters unseres Planeten auf diese einen schrecklichen Weltuntergang heraufbeschwören, und zwar für die Lebewesen, die auf Erden dann noch wohnen.
Der Erde kann aber noch auf eine andere Weise das Ende drohen! – Auch sie wird im Laufe der kommenden Zeiten Luft und Wasser verlieren und, – von der Raumkälte umgeben, – zu einem Eisklumpen erstarren. Wir wissen, daß unsere Gebirge immer mehr verwittern und abbröckeln. Das Gleiche aber geschieht mit der Erde selbst. Sie wird ebenfalls morsch werden und in Trümmer zerfallen, und diese werden dann, wie ein Staubring, die Sonne umgeben.
Es wurde angedeutet, daß die Räume zwischen den einzelnen Körpern in unserem Sonnenreiche mit einem feinen Staube angefüllt sind, der vom Zodiakallicht herrührt und auch von den Überresten der Kometen (den Meteoriten). –