Noch erblicken wir sie in einer zum Teil feurigflüssigen und zum Teil gasigen Gestalt; aber sie wird einst erkalten, so wie die Erde fest geworden und erkaltet ist. Wenn sie auch unvorstellbar lange Zeiten in diesem erkalteten Zustande dann noch verharren kann, so muß sie doch allmählich morsch werden und zerbröckeln. Sie wird also ebenso zerfallen, wie die Kometen, die die Sonne auflöst, und, wie meine Steinkugel aus der Hussitenzeit, die in der Erde und in deren Feuchtigkeit morsch geworden und verwittert war.
Das wäre die eine Möglichkeit, die unsere Sonne vernichten könnte. Es gibt aber noch andere!
Unsere Sonne eilt mit den Kindern ihres Hauses, – den Planeten, – durch den Raum, und zwar nach dem Bilde des »Herkules«, nach anderer Ansicht nach dem Sternbilde der »Leier«, – hin. Auf dem Wege nach dort kann sie einer erkalteten, also nicht mehr leuchtenden Sonne begegnen und mit ihr zusammenprallen. In diesem fürchterlichen Anpralle würden beide Sonnen zertrümmert und in den Raum hinausgeschleudert werden! Wahrscheinlicher aber ist es, daß durch den Zusammenstoß eine solch' ungeheuere Hitze erzeugt würde, daß beide Sonnen samt allem, was zu ihnen gehört, sofort verbrannt, also in einen Gasnebel verwandelt würden.
Es wäre dies ein schrecklicher Weltuntergang für alle Lebewesen, die sich auf den Planeten im Gefolge der beiden Sonnen befänden.
Unsere Sonne kann auf ihrer Reise durch den Weltenraum und nach dem »Herkules« hin aber auch durch eine Wolke aus kosmischen Staub (Meteorwolke) gehen. Dieses Hindurchgehen durch die Wolke kann stunden-, tagelang andauern, wenn die Wolke sehr groß und dicht ist. Die Sonne würde bei ihrer Wanderung durch diese »Wolke aus Weltentrümmern« kaum merklich aufgehalten; aber die Hemmung würde sich sofort, und zwar in großer Hitze verraten! Die Stäubchen, aus denen die kosmische Wolke bestünde, würden zu glühen anfangen und die Glut, die dadurch entstünde, genügte vollauf, um sowohl die Sonne, als auch die Planeten, die zu ihr gehören, in die gasige, – also in die Nebelform, – aufzulösen.
Was unsere Sonne aber treffen kann, das kann auch all' den übrigen Sonnen am Firmamente zustoßen. Daß dies in Wirklichkeit geschieht, lehren uns, – wir hörten es ja, – die »Neuen Sterne!« Diese sind »Brand- und Totenfackeln« in den Räumen des Weltalls, die uns verkünden, daß überall da, wo sie aufflammen, Sonnen zusammenstießen und in diesem Zusammenstoße vernichtet wurden oder, daß Sonnen mit dem Gefolge ihrer Planeten in eine Wolke aus kosmischem Staube eindrangen. In der Hitze, die bei diesem Eindringen erzeugt wurde, nahmen sie entweder einen schweren Schaden oder sie wurden in die Nebelform umgewandelt!
Immer wieder sinken also Sonnen am Ende ihrer Tage in das Grab des Nebels, – in den Urzustand, – zurück!
Solange es Sterne am Firmamente gibt, werden sich solche Katastrophen ereignen!
Einmal aber muß der Tag kommen, an dem alle Sonnen am Firmamente die Altersstufen durchschritten haben, die ihnen der Schöpfer in seinem Willen gönnte. Ist diese Stunde für die letzte Sonne am Himmel gekommen, dann wird auch sie in das »Grab des Nebels« hinabsinken und alles, was einst in lichter Pracht den weiten Raum erfüllte, wird in den Urzustand, – in den Urnebel, – zurückkehren!