Vielleicht wird Gott am Ende der Zeiten dann auch den Urnebel noch vergehen lassen, und er, – der große Allgeist, – wird allein übrig sein von Ewigkeit zu Ewigkeit! –
Wenn die letzte Sonne am Firmamente ihren letzten Lichtstrahl ausgehaucht hat, dann ist die Sterbestunde der sichtbaren Welt angebrochen und, wenn der Urnebel, der am Schluß der Zeiten übrig bleibt, auch vergehen muß, dann wird in diesem Vergehen der »Tod des Universums« gekommen sein! –
Das, was Gott mit dem Urnebel, in den alles wieder zurücksinkt, am Ende der Welt und der Tage vor hat, das wissen wir nicht! Ob er Zeit, Raum und Firmament weiter bestehen läßt oder, ob er aus dem Urnebel neue lichte Sonnen hervorruft, ist sein Geheimnis! –
Die größten Denker aller Zeiten haben darüber nachgedacht; aber sie sind zu keinem Ergebnis gelangt! Hier heißt es, zu schweigen und in Andacht den zu verehren, der so Gewaltiges und Erhabenes, so Schönes und Vollkommenes einst schuf, – nämlich das Firmament mit allen seinen Lichtern! –
Diese sind die »Augen Gottes«, mit denen er unaufhörlich zur Erde und zu den Menschen herabblickt. Sie sind die sichtbare Offenbarung des Ewigen, der die Sterne auf schweigender Bahn durch das Weltall führt, – uns zur Freude, – viel mehr aber noch zum Nachdenken!
»Wie freut sich des Emporschauens zum Sternenheere, wer empfindet,
Wie gering er, und wer Gott, welch' ein Staub er, und wer Gott,
Sein Gott ist! O sei dann, – Gefühl
Der Entzückung, – wenn auch ich sterbe, mit mir!« –
(Klopstock.)