Aus den Sonnen wurden dann später in derselben Weise die Planeten und aus diesen wiederum die Monde.

So hat sich auch unsere Sonne aus der Ursonne einst gebildet, aus ihr einst die Erde und aus dieser endlich auch unser Mond!

Die kugelförmige Ursonne war im Anfange dunkel. Als sie sich aber um ihre Achse zu drehen begann, erhitzten sich die einzelnen Teilchen des Weltenstoffes durch die entstehende Reibung bis zur Weißglut. –

Auch bei den übrigen Sonnen trat dieser Zustand des Leuchtens und Glühens ein.

Die Planeten, die sich um die Sonnenkörper bewegen, und die Monde, die wiederum die Planeten umkreisen, stellten anfangs selbst kleine Sonnen dar und erstrahlten infolgedessen gleichfalls erst in der Weißglut.

Von der sich drehenden Ursonne haben alle Sonnen, die sich einst aus ihr formten, auch ihre Bewegung erhalten.

Den Planeten wurde ihre kreisende Bewegung von den Sonnen, zu denen sie gehören, verliehen, und die Monde erhielten ihre Achsendrehung von den Planeten, die sie umwandern.

Daher kommt es auch, daß die Planeten unseres Sonnenreiches in der Richtung um das Tagesgestirn kreisen, in der sich dieses selbst um seine Achse dreht. Das müßte eigentlich auch bei allen Monden, die wir in unserem Sonnensystem (Sonnenreiche) kennen, der Fall sein; aber es hat sich herausgestellt, daß einige Monde von der allgemeinen, hier erörterten Regel abweichen. Die moderne Himmelsforschung nimmt deshalb an, daß entweder diese Monde früher nicht zu den Planeten gehörten, die sie heute umkreisen, oder, daß die soeben hier ausgesprochene Ansicht über die Entstehung der Himmelskörper aus dem Urstoffe nicht richtig ist.[1]

[1] In der rechnenden Astronomie spricht man von linksläufigen Planeten. Ihre Neigung ist größer als 90 Grad. Damit wird die Linksläufigkeit in einfacher Weise erklärt.

Der Zweifel, den die Himmelskunde der Gegenwart an dieser Ansicht hat, stützt sich dabei noch auf Verschiedenheiten in der Verteilung und Bewegung einiger Himmelskörper, von denen später noch in diesem Buche die Rede sein wird.